Montag, 10. Juni 2013

[Rezension] Unsterblich 01 - Tor der Dämmerung von Julie Kagawa

© Heyne Verlag
Autorin: Julie Kagawa
Übersetzerin: Charlotte Lungstrass-Kapfer
Dt. Reihentitel: Unsterblich-Trilogie
Dt. Titel: Tor der Dämmerung
Dt. Erstausgabe: 06/2013
Verlag: Heyne fliegt
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Format: Hardcover
Seitenzahl: 608
ISBN-10: 3453268571
ISBN-13: 978-3453268579
Preis: 16,99 €

Leseprobe





Unsere Welt ist in Dunkelheit getaucht. Die Menschen sind zu Gefangenen geworden. Nur wer sich an die Regeln hält, hat eine Chance zu überleben. Doch die junge Allison will sich nicht mehr an diese Regeln halten. Sie fordert das Schicksal heraus und lehnt sich gegen ihre Unterdrücker auf – mit ungeahnten Folgen.



Grenzen, Mauern und Verbote gehören zum Alltag der 17-jährigen Allison, seit sie denken kann. Denn sie wächst in einer Stadt auf, in der die Menschen von den Vampiren regiert werden, grausamen Fürsten der Nacht. Sie haben sich eine Luxuscity errichtet und lassen ihre Gefangenen, die ihnen regelmäßig Blutzoll schulden, für sich schuften. Jeder kleinste Verstoß gegen die Regeln wird geahndet, und Allison erfährt schon früh, dass ihr Leben nicht viel wert ist. Als sie vor die Wahl gestellt wird, zu sterben oder ihren Unterdrückern gleich zu werden, entscheidet sie sich für den Weg der Unsterblichkeit – und hoff t, nun endlich unangreifbar zu sein. Doch vor den Toren der festungsartig abgeriegelten Stadt lauert etwas, vor dem sich sogar die Vampire fürchten …




Inhalt

Allison Sekemoto lebt in New Covington, einer von Vampiren beherrschten Stadt. Während einer Epidemie, die die Ausrottung der Menschheit bedeutet hätte, beschlossen die Vampire, sich zu erkennen zu geben, um ihre Nahrungsquelle, das menschliche Blut, zu retten. Seitdem werden die Menschen wie Vieh in heruntergekommenen Städten eingepfercht, wo ihnen „Schutz“ gegen Blut gewährt wird. Dabei unterscheidet man zwischen registrierten- und unregistrierten Bewohnern. Die Registrierten müssen monatlich einen gewissen Blutzoll zahlen, im Gegenzug kriegen sie Kost und Logis, wohingegen die Unregistrierten Freiwild sind und jeden Tag ums Überleben kämpfen müssen.

Als eine solche Unregistrierte ist Alli gezwungen, die Stadt zu verlassen, um an Nahrungsmittel zu kommen. Ein Unterfangen, das weitaus gefährlicher ist als es klingt, warten dort doch immerhin die Verseuchten auf sie, ehemalige Menschen, die durch eine mutierte Form des Virus zu etwas schlimmerem als Vampire wurden. Bei einem ihrer Streifzüge entdeckt Alli einen wahren Schatz an Konserven, den sie sogleich mit ihren Freunden plündern will. Durch einen aufziehenden Sturm wird es allerdings so dunkel, dass die Verseuchten schon vor Einbruch der Nacht ihrer Verstecke verlassen und Jagd auf sie machen. Alli muss mit ansehen wie zwei ihrer Freunde sterben und wird bei dem Versuch, ihren besten Freund zu retten, selbst tödlich verwundet. Plötzlich ist ein Vampir bei ihr, der ihr anbietet, sie zu verwandeln. Jetzt muss sie sich entscheiden – ist ihr Hass groß genug, um zu sterben oder siegt ihr Überlebenswille?


Die Protagonistin


Allison Sekemoto ist in New Covington geboren. Wenige Jahre hatte sie das Glück, bei ihrer leiblichen Mutter aufzuwachsen, die ihr das Lesen beibrachte und erklärte, dass Wissen eine Macht sei, die sie nicht unterschätzen solle. Diese Worte haben sie so geprägt, dass sie lange nach dem Tod ihrer Mutter trotz der harten Umstände ihres Lebens als Unregistrierte immer wieder versucht, anderen das Lesen beizubringen, auch wenn der Besitz von Büchern mit dem Tod bestraft wird. Die Entscheidung, ihr Leben im Saum zu verbringen und jeden Tag ums Überleben zu kämpfen anstatt den Blutzoll für Nahrung zu bezahlen ist dem Tod ihrer Mutter geschuldet, die durch eine Erkältung nicht zur Blutabgabe gehen konnte und im Nachhinein die doppelte Menge zahlen musste. Dies schwächte sie so, dass die Krankheit sie tötete und Alli schwor sich, sich nie zu ergeben. Alles in allem ist Allison eine starke Persönlichkeit, die verbissen ihre Ziele verfolgt und sich nur selten unterkriegen lässt. Ihre Prinzipien sind ihr wichtig und sie würde lieber sterben als diese zu verleugnen. Auch wenn sie selbst ein Vertrauensproblem hat und sich auf niemanden verlässt, lässt sie selbst die wenigen Menschen, die ihr wichtig sind, niemals im Stich.


Meine Meinung


Unsterblich – Tor der Dämmerung“ ist der Auftakt zu einer neuen Reihe der fabelhaften Julie Kagawa. Nach der grandiosen Plötzlich Fee – Reihe waren die Erwartungen natürlich hoch, auch wenn ich keine konkreten Vorstellungen hatte. Gleich zu Anfang wird klar, dass diese beiden Reihen unterschiedlicher nicht sein könnten – wo die Welt der Feen im strahlenden Licht erstrahlt, ganz gleich welche Schrecken einen auch erwarten, liegt dieser dystopische Vampirroman im Schatten und wird von einer düsteren Stimmung dominiert.

Einzig Kagawas Schreibstil hat sich nicht verändert und begeistert von der ersten Seite. Mit wenig Worten vermag sie ein genaues Bild zu erschaffen, sodass der Leser das Geschriebene stets vor Augen hat. Dieser Roman liest sich wieder einmal so flüssig, dass die 600 Seiten eher wie die Hälfte erscheinen. Das Geschehen wird aus Sicht von Alli in der Ich-Perspektive erzählt, was in dem Fall einfach nur perfekt ist, denn ich habe noch nie einen Vampirroman gelesen (und ich habe VIELE gelesen), bei dem man den inneren Kampf zwischen Mensch und „Dämon“ so gut nachvollziehen konnte.

Selbst die Charaktere überzeugen auf eine andere Art als der eisige Ash, der witzige Puck oder die zauberhafte Meghan. Den Großteil der Geschichte liegt der Fokus ganz klar auf Allison. In einer Zukunftsvision, in der der Tod dermaßen gegenwärtig ist, bleibt nicht viel Zeit, um einander großartig kennen zu lernen. Die zu Anfang „blass“ erscheinenden Figuren sind ein geschickter Schachzug, verdeutlichen sie doch wie sehr man als Leser in Allis Haut steckt. Sie selbst lässt niemanden an sich ran, weil sie Angst vor dem Schmerz hat, wenn sie denjenigen verliert. Dabei ist Verlust kein Risiko, sondern die ziemliche genaue Wahrscheinlichkeit. Wieso sollte man als Leser die Figuren also besser kennenlernen als die Protagonistin selbst? An dem Umstand ändert sich auch im weiteren Handlungsverlauf nicht viel, erst im dritten Abschnitt lernt man einige Charaktere etwas besser kennen. Rückblickend jedoch bin ich etwas enttäuscht. Undurchsichtig waren auch Kagawas Feen, gleichzeitig waren sie aber auch so dermaßen vielseitig, dass man nie wusste, was auf einen zukommt. Das war leider hier kaum der Fall, war Ruth immer eifersüchtig und zickig, Jeb militärisch autoritär und uneinsichtig und so weiter und so fort…Zeke, der Strahlemann und Hoffnungsträger, war da schon etwas abwechslungsreicher, leider sorgt er nicht für Herzklopfen.

Die Geschichte selbst kann dafür auf ganzer Linie überzeugen. Wer sich denkt, dass man schon wieder einen typischen Vampirroman zu erwarten hat, der irrt. Ganz im Gegenteil wird man hier mit einer Mischung aus Dystopie und Endzeitroman konfrontiert, in der Vampire nun mal mitspielen.

Der Roman ist in vier Abschnitte geteilt, die jeweils eine Entwicklungsstufe von Alli repräsentieren – „Mensch“, „Vampir“, „Monster“ und „Streuner“. Denn genau darum geht es: Allis Gefühlswelt; der Prozess, von einem Menschen, der Vampire verachtet, selbst zu einer solchen Kreatur zu werden, sich dabei aber seine Menschlichkeit zu bewahren…und das ohne romantischen Kitsch. Hier werden die Vampire nicht verschönert, man nimmt ihnen die Möglichkeit, sich von Tierblut zu ernähren und Alli muss immer wieder feststellen, dass Menschen eben genau das Eine für sie sind – Nahrung. Sie muss akzeptieren, dass sie ein Monster ist, aber sie kann sich entscheiden, was für eines sie sein will.

Wie bereits angedeutet, spielt die Liebe keine übermächtig große Rolle. Dennoch baut Kagawa eine zarte Liebesgeschichte ein, die weder aufdringlich, noch unwichtig ist. Denn letztlich ist dies Allisons Halt, ihr Antrieb, um den Kampf mit ihren inneren Dämonen auszufechten.

Allgemein konnte mich die Protagonistin mit ihrem Kampfgeist, ihrem Ideenreichtum, ihrer Furchtlosigkeit und ihrer großen Klappe überzeugen. Mit ihr wird es nicht langweilig und endlich hat man mal wieder eine Figur, die für sich selbst sorgt und nicht auf die Rettung anderer angewiesen ist. (Ausnahmen mal ausgeschlossen)

Das Cover ist wunderschön und einfach passend. Am Anfang war ich mir nicht sicher ob es zu der Geschichte passt, letztlich habe ich mich aber in dem Punkt ganz gewaltig geirrt. Die Farbkombination gibt genau die Farben wieder, die das Kopfkino dominiert haben, wirkt dabei alles andere als düster. Sehr gelungen!


Fazit


Julie Kagawas „Unsterblich – Tor der Dämmerung“ ist der Auftakt zu einer Reihe, die das genaue Gegenteil zur Plötzlich Fee Reihe darstellt. Das macht sie allerdings nicht schlechter, ganz im Gegenteil überzeugt die Story gerade durch die düstere und ernsthafte Atmosphäre. Die wenigsten Charaktere hinterlassen einen großen Eindruck, dafür ist in diesem vampirischen Endzeitszenario aber auch gar kein Platz. Die zarte Liebesgeschichte spielt zwar eine Rolle, ist dabei aber völlig unaufdringlich. Im Fokus steht ganz klar die Protagonistin, die um ihre Menschlichkeit kämpft, denn die Vampire sind in Kagawas Szenario alles andere als nette Vegetarier. 5/5 Bücher!

Buchtrailer


Die Autorin

© Wilhelm Heyne Verlag Verlagsgruppe Random House GmbH


Schon in ihrer Kindheit gehörte Julie Kagawas große Leidenschaft dem Schreiben: Langweilige Schulstunden vertrieb sie sich damit, all die Geschichten festzuhalten und zu illustrieren, die ihr im Kopf umher spukten - nicht gerade zur Freude ihrer Lehrer. Nach Stationen als Buchhändlerin und Hundetrainerin machte sie später ihr größtes Interesse zum Beruf und wurde Autorin. Sie lebt und schreibt mit ihrem Mann, zwei schwer erziehbaren Katzen und zwei Hunden in Louisville, Kentucky.

Verfilmung - ja oder nein?

Hier hat sich Palomar Pictures die Recht gesichert. Ebenso wie Talon steht auch Blood of Eden auf „In Development“. Kagawa stellt sich Ian Somerhalder als Kanin vor, aber wäre er nicht ein viel besserer Jackal?

Die Reihe

Unsterblich Trilogie

  1. ??? / 'Til the World Ends (Blood of Eden #0.5)
  2. Tor der Dämmerung / The Immortal Rules (Blood of Eden #1)
  3. Tor der Nacht / The Eternity Cure (Blood of Eden #2)
  4. ??? / The Forever Song (Blood of Eden #3)

Prefer it in English?

Originalcover

Mein Dank geht an...

...den Heyne Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Kommentare:

  1. liegt noch auf meinem SuB ;) Da bin ich ja mal gespannt

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich wünsche Dir schonmal viel Spaß :)

      Löschen

 
design by Skys Buchrezensionen