Samstag, 16. April 2016

[BT: "Die Clifton-Saga" | Tag 5] Leben in Bristol im Wandel der Zeit - 1930 bis 1956







Hallo und herzlich Willkommen zum 5. Tag unserer Blogtour zu Jeffrey Archers "Clifton-Saga" aus dem Heyne Verlag. Heute werde ich Euch den Hauptschauplatz vorstellen:

Bristol

Von Original by Klafubra, edited by Hautala - Photo by Klafubra
Bristol ist eine Stadt, sowie eine zeremonielle Grafschaft im Südwesten von England und liegt am Fluss Avon. Mit etwa 432.500 Einwohnern ist sie die sechstgrößte Stadt Englands und die achtgrößte Stadt des Vereinigten Königreiches. Die Stadt Brycgstow (Altenglisch, der Ort an der Brücke) existierte bereits zu Beginn des 11. Jahrhunderts und zählt seit dem 12. Jahrhundert zu den wichtigsten Hafenstädten Englands. Die rund eintausend Jahre alte Stadt war über Jahrhunderte der transatlantische Haupthafen Großbritanniens und wurde dadurch reich. Der Hafen ist immer noch Bristols Lebensader. Bis heute landen hier noch Waren aus aller Welt. In unmittelbarer Umgebung ist ein ganz neues Hafenviertel entstanden: der so genannte "Floating Harbour". Auf dem Dockgelände haben sich heute Kunst- und Kultureinrichtungen angesiedelt - zum Beispiel das neu eröffnete Museum "M Shed" oder das "Arnolfini Arts Centre" für zeitgenössische Kunst in einem alten Teespeicher. Um den Hafen herum liegt die Altstadt. Highlights sind das "Theatre Royal" und der älteste Pub, das "Landoger Trow". Bristol ist außerdem bekannt für seine Cartoon- und Zeichentrickindustrie - und für Street Art. Der wohl erfolgreichste Straßenkünstler aller Zeiten, Banksy, machte hier seine Anfänge. Berühmt gewordene Graffitis sind noch heute an verschiedenen Orten in der Stadt zu sehen. Im 20. Jahrhundert wurde Bristol ein Zentrum der Luftfahrtindustrie. Die British Aircraft Corporation (heute BAE Systems) war wesentlich an der anglo-französischen Produktion der Concorde sowie dem Senkrechtstarter Harrier beteiligt. Die BAC gründete 1945 eine kleine Autofirma namens Bristol Cars Ltd., die exklusive Sportwagen mit V8-Motoren baut.

Der erste Band der Clifton-Saga, "Spiel der Zeit", beginnt 1919. Der Erste Weltkrieg liegt gerade erst hinter uns und hat überall seine Spuren hinterlassen. Tatsächlich hieß er damals noch der Große Krieg und eine zeitlang glaubten die Menschen sogar, dass er der Letzte sein würde. Als Hafenstadt spielte Bristol natürlich eine große Rolle und um die Marine zu verstärken musste der Hafen und der Schiffsbau im Allgemeinen vor und während des Krieges noch verstärkt werden.

Der Krieg brachte vor allem Verluste mit sich und raubte den meisten Familien für mindestens 4 Jahre ihren Versorger. Um ihre Familien über Wasser zu halten, mussten also die Frauen ran, was Maisie Clifton letztlich zugute kommt. Zwar "normalisiert" sich die Lage nach dem Krieg, aber lange nicht alle Frauen sind an den Herd zurückgekehrt. Natürlich begann dieser Wandel schon im 19. Jahrhundert im Zuge der industriellen Revolution, doch es ist ein langsamer Prozess, der Anfang des 20. Jahrhunderts noch nicht abgeschlossen ist.

Generell scheint es eine Zeit der Gegensätze zu sein. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist nicht so unüberwindbar wie in den vorangehenden Jahrhunderten und doch ist die Spanne zwischen der Ober- und der Unter-/Arbeiterschicht enorm. So ist zum Beispiel elektrisches Licht nichts Unbekanntes mehr, findet sich allerdings nur an wenigen öffentlichen Orten und in den Häusern derjenigen, die es sich leisten können. Der Tagesrhythmus der Cliftons wird immer noch stark vom Sonnenlicht geprägt. Selbst Kerzen sind oft ein Luxus, den sie sich nicht leisten können, dementsprechend bleibt ihnen kaum etwas anderes übrig, als nach Sonnenuntergang ins Bett zu gehen. In dem Internat, das Harry später besucht, ist die tägliche Dusche Pflicht, sein Onkel Stan jedoch badet nur 4 Mal im Jahr. Lesen und Schreiben können nur wenige, obwohl es bereits öffentliche Schulen gibt. Auf den Straßen tummeln sich sowohl Kutschen als auch Autos; Straßenbahnen sind ebenfalls ein gängiges Transportmittel.

Nach 1920 wird das erste motorisierte Taxi eingeführt und die Geschwindigkeitsbegrenzung wird auf 30 km/h erhöht - 1936 erreichen manche Fahrzeuge sogar schon 100 km/h. 1922 sendete die BBC ihre erste Fernsehübertragung und schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg waren Fernseher in einem Haushalt keine Seltenheit mehr.

>>"[...] Aber jetzt versucht er, mich für einen Spanier namens Picasso zu interessieren, aber mit dem kann ich nichts anfangen." 
"Ich habe noch nie von ihm gehört", gestand Holcombe. 
"Und ich bezweifle, dass es jemals dazu kommen wird", sagte Old Jack.<< (S. 308 in Spiel der Zeit)

Der zweite Weltkrieg

Die Flugzeugfabrik in Filton produzierte die Flugzeugtypen Bristol-Blenheim-Bomber, Bristol-Beaufort-Bomber und Bristol-Beaufighter. Filton war deswegen für die NS-Luftwaffe ein militärisches Ziel erster Priorität, wie auch die Flugzeugproduktion in Yate und in Yeovil militärische Ziele erster Priorität waren. Schon im August 1939 vor den Kriegserklärungen im September 1939 fanden deutsche Aufklärungsflüge über Bristol statt. Ab der deutschen Besetzung Frankreichs lagen Bristol und die Flugzeugfabriken von Filton in der Reichweite deutscher Bomberflugzeuge. Der Anflug war bei Mondschein einfach zu bewerkstelligen, indem man dem Fluss Avon entlangflog, genau ins Stadtzentrum von Bristol. 

Um die NS-Luftangriffe abzulenken, wurde bei Blackdown ungefähr 25 km südwestlich von Bristol am westlichen Ende der Mendip-Berge eine Scheinstadt als Köder hingestellt. Sogar die flackernden Lichter des Rangierbahnhofs wurden nachgestellt. Bei Luftangriffen wurden dann Leuchtfeuer als Köder eingeschaltet, und manchmal verleiteten sie die deutschen Bomber tatsächlich zu Bombenabwürfen, die aber in den Bergen landeten.

Die beteiligten Flugzeugbesatzungen hatten den Eindruck, die Zerstörungen seien mit denen von Birmingham und Coventry vergleichbar. Bristol als Verteilerzentrum und wichtiger Eisenbahnknotenpunkt wurde für ausgelöscht erklärt. 


Das Herz der Stadt vom Broad Quay zum Alten Markt ("Old Market") war das Ziel des Angriffs, speziell St. James Barton und St. Philipps sowie die Stadtteile Clifton, Bedminster, Knowle, St. Georg, Temple, Barton Hill und Eastville. Zerstört wurden die ganze Gegend des heutigen Schlossparks. Darunter waren die Fachwerkhäuser aus dem 17. Jh., das Holländische Haus und das St.-Peters-Spital. Vier der Kirchen in Bristol, St. Peter, die Innenausstattung der Kirche St. Nicholas, St. Mary-le-Port und die Templerkirche wurden ebenfalls irreparabel beschädigt. Zerstört wurden das Museum und ein Teil der Kunstgalerie, ein Teil der Universität, darunter die Grosse Halle ("Great Hall"), das Prinzentheater ("Princes Theatre"), die Kirche St. Anselm, die Kirche Clifton Parish, die Gymnasiumsvorbereitungsschule, und die Freimaurerhalle. Die Einkaufsstrassen wurden fürchterlich zerstört - die Lennards-Häuser und viele Geschäftslokale waren nur noch Schutthaufen, während auf einer anderen Seite der Park Street kaum ein Geschäft heil blieb.  Die meisten der beliebten Geschäfte an der Wine Street und an der Castle Street waren komplett vernichtet. Die Redcliff Street, die Victoria Street und die St. Thomas Street hatten schwerste Schäden erlitten, und E.S.&A. Robinson, Mardon Son & Hall, und Bennett Bros wurden schwer beschädigt. Die historische Templerkirche war zerstört, aber der berühmte Turm hatte den Bomben widerstanden und blieb Zeuge der 800-jährigen Freimaurergeschichte. Im Stadtteil Knowle waren weit verbreitete Schäden an Häusern zu verzeichnen. Die Geburtskirche ("Holy Nativity Church") war ausgebrannt, und die Industrie hatte Bombenschäden bei British Oxygen Co. und John Lysaght Ltd zu beklagen. 

Bristols Oberbürgermeister Alderman Thomas Underwood beschrieb die Auswirkungen des Bombenangriffs so: "Die Stadt der Kirchen ist in einer einzigen Nacht eine Stadt von Ruinen geworden." 

Das Gewinnspiel


Um an dem Gewinnspiel teilzunehmen, hinterlasst mir einen Kommentar und beantwortet mir folgende Frage:

Könnt Ihr Euch vorstellen, in dieser Zeit zu leben?

Die Teilnahmebedingungen

Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.

Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.

Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.

Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.

Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal pro Tag an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.

Das Gewinnspiel wird von Buchreisender.de organisiert.

Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.

Das Gewinnspiel endet am 18.04.2016 um 23:59 Uhr.


Die Tour auf einen Blick

12.04. - Vorstellung der Familien Clifton und Barrington

13.04. - Die Clifton-Saga Vorstellung Band 1 bis 3 mit Leseproben

14.04. - Interview mit Harry Clifton und Giles Barrington

15.04. - Portrait Emma Barrington

16.04. - Leben in Bristol im Wandel der Zeit -1930 bis 1956

17.04. - Schifffahrt in England im Bezug auf die Docks von Bristol

18.04. - Jeffrey Archer Vorstellung
http://www.buecherleser.com/

19.04. -  Gewinnerbekanntgabe auf allen Blogs

Kommentare:

  1. Guten Morgen,
    vielen Dank für deinen Beitrag über Bristol. Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, in dieser Zeit zu leben, zumal man den Riesenunterschied zu der Zeit kennt. Die Zeit nach dem ersten Weltkrieg war von großen Verlusten geprägt und knapp 20 Jahre stand der nächste verheerende Krieg in den Startlöchern. Nein, ich denke, auf diese Erfahrung kann ich verzichten.
    LG Bettina Hertz
    bettinahertz66@googlemail.com

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  2. Nein, damals war das Leben ganz anders, von Kriegen geprägt und sehr entbehrungsreich, daher möchte ich ungern in dieser Zeit leben.

    Liebe Grüße,
    Daniela

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  3. Hallo,
    danke für den informativen Beitrag. Hm, so eine kurze Zeitreise fände ich schon mal spannend, aber mehr auch nicht. Ansonsten lese ich lieber über vergangene Zeiten, denn es gefällt mir in der Jetzt-Zeit doch ganz gut.

    lg, Jutta

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  4. Hi there,
    das ist schon heftig! Ich war schon ein paar Mal in Bristol und liebe diese Stadt! (Das war es auch, was mich auf diesen Beitrag und Deinen Blog aufmerksam gemacht hat.) Und nun diese Fotos zu sehen, sie abzugleichen mit den Erinnerungen, die ich an die Ecken der Stadt und die entsprechenden Gebäude habe, das macht mir eine Gänsehaut. Also: Nein, ich hätte nicht in dieser Zeit leben wollen!
    xoxo, Jade

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  5. Ich finde die Frage sehr schwierig zu beantworten. Klar hat man heute viel mehr Annehmlichkeiten und Frauen haben auch mehr Rechte, allerdings fände ich es auch spannend mal die 20er kennen zu lernen, da ich die Entwicklung nach dem 1. Weltkrieg weg von den Monarchien in Europa sehr spannend finde. Auf die Erfahrung eines bzw. zweier Kriege kann ich allerdings auch verzichten.
    Liebe Grüße, Steffi
    storm110878@t-online.de

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  6. Hallo,

    vielen Dank für deinen interessanten Beitrag über Bristol. :)
    Ich hätte in dieser Zeit nicht leben wollen. Auf die Erfahrung, in einer vom Krieg geprägt Zeit zu leben, kann ich eigentlich verzichten.

    Liebe Grüße
    Isabell

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  7. Guten Abend =)
    Leider kann ich mir nicht vorstellen dort zu leben. Die Kriege und alles was damit zusammenhängt ist ziemlich schlimm. Das würde ich nicht erleben wollen.
    Beste Grüße
    Jeannine M.

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  8. Guten Morgen,
    danke für den informativen Beitrag.
    Ich hätte nicht in der Zeit leben wollen. Ein schwere Zeit voller Entbehrungen, Krieg, nein danke.
    LG Christine

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  9. Hallo ,

    Vielen Dank für den interessanten Beitrag.
    Nein , ich kann mir nicht vorstellen in diese schwere Zeit wo Krieg
    herscht zu leben das wäre nicht für mich .

    Liebe Grüße Margareta Gebhardt
    margareta.gebhardt@gmx.de

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  10. Ehrlich gesagt bin ich froh nicht in dieser Zeit leben zu müssen. Der Krieg und der fehlende Konsumluxus und auch die Kriegswirren schrecken mich doch sehr ab.
    Liebe Grüße
    Martina Suhr

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  11. Ehrlich gesagt bin ich froh nicht in dieser Zeit leben zu müssen. Der Krieg und der fehlende Konsumluxus und auch die Kriegswirren schrecken mich doch sehr ab.
    Liebe Grüße
    Martina Suhr

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  12. Hallo,

    in dieser Zeit würde ich ungern leben wollen.

    LG
    SaBine

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  13. Hallo,

    ich könnte mir das ehrlich gesagt nicht vorstellen, da ich den Luxus unserer Zeit zu sehr genieße ;)

    LG

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