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Montag, 10. Juni 2013

[Rezension] Im Herzen die Rache von Elizabeth Miles

© Loewe Verlag
Die Autorin: Elizabeth Miles
Originaltitel: Fury (Fury #1)
Dt. Titel: Im Herzen die Rache
Dt. Erstausgabe: 01/2013
Verlag: Loewe
Format: Hardcover
Seitenzahl: 380
ISBN-10: 3785573774
ISBN-13: 978-3-785-57377-8
Preis: 17,95 € 



Kaufen könnt Ihr das Buch gleich hier.

Die Leseprobe findet Ihr hier.
Es ist Winter in Ascension, einer Kleinstadt in Maine. Die Seen sind zu Eis erstarrt, der makellose Schnee fällt in dicken Flocken vom Himmel. Aber der friedliche Schein trügt denn in Ascension haben Fehler tödliche Folgen. Drei geheimnisvolle Mädchen sind in die Stadt gekommen, um darüber zu urteilen, wer für seine Taten büßen muss. Und die Wahl ist auf Em und Chase gefallen. Emily ist glücklich. Zach, in den sie seit Monaten verliebt ist, zeigt endlich Zuneigung zu ihr. Doch Em weiß: Wenn sie etwas mit ihm anfängt, gibt es kein Zurück mehr. Denn Zach ist bereits mit Gabby zusammen Ems bester Freundin. Chase hat nicht nur Probleme zu Hause, auch seine Freunde lassen ihn links liegen. Aber es ist etwas anderes, was ihm den Schlaf raubt. Chase hat etwas unfassbar Grausames getan. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis es ans Licht kommen wird. Im Herzen die Rache ist der erste Band einer Trilogie.


Inhalt


Es ist Winter in Ascension als drei wunderschöne, mysteriöse Frauen in die Stadt reisen. Die Kälte scheint ihnen nichts auszumachen, sie tauchen immer zu den seltsamsten Zeiten an den seltsamsten Orten auf und nur wenige nehmen sie wahr. Dafür begegnen Em und Chase den Mädels immer öfter und ihr Leben geht rapide den Bach runter…

Charaktere


Emily Winters ist ein eher ruhiges Mädchen, das auf der Erfolgswelle ihrer besten Freundin Gabby reitet. Die beiden sind unzertrennbar und ergänzen sich in jeder Lebenslage, außer wenn es um Jungs geht. Denn Em verliebt sich in den Freund ihrer besten Freundin und während diese im Urlaub ist, begeht sie den größten Fehler ihres Lebens…

Chase Singer ist ein talentierter Footballspieler, der sich seine Beliebtheit hart erkämpft hat. Er lebt in einer Wohnwagensiedlung und muss sich jede Ausgabe genauestens überlegen. Dass er in dem Punkt nicht mit seinen wohlhabenden Mitschülern mitreden kann, weiß er auch, umso penibler achtet er auf seine Kleidung, sein Auftreten, seine Aussagen. Er hat nie überwunden, dass seine Grundschulfreundin Sasha Bowlder nach unverhofft erlangtem Reichtum nichts mehr mit ihm zu tun haben will, weswegen er sich Jahre später an ihr rächt. Leider bedeutet seine Rache ihren gesellschaftlichen K.O.-Schlag und die Folgen könnten für beide tödlich enden…

Eigene Meinung


Im Herzen die Rache“ von Elizabeth Miles ist ein einzigartiger Trilogieauftakt, bei dem ich absolut nicht weiß, ob ich überzeugt bin oder nicht.

Der Schreibstil ist leichtgängig, bildhaft und angenehm zu lesen, leider aber auch ziemlich emotionslos. Die Geschichte wird abwechselnd aus Sicht von Em und Chase in der dritten Person erzählt. Ein allwissender Erzähler gibt gelegentlich Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelt anderer Figuren.

Die Charaktere konnten mich nicht wirklich überzeugen. Die Protagonisten waren schon authentisch, dass sie Ecken und Kanten haben, ist bei dem Thema wohl keine Frage. Trotz der ihnen angedachten Rache, ließ mich ihr Schicksal ziemlich kalt. An nur ganz wenigen Stellen waren sie mir sympathisch, was leider nicht reicht, um mich mitfiebern zu lassen. Allgemein ist das Bild, das hier von amerikanischen Teenagern gezeichnet wird gleichwohl klischeehaft und traurig.

Die Geschichte selbst birgt viel Potential, leider war der rote Faden nur schwer ersichtlich. Allgemein war sie auch sehr angenehm zu lesen, allerdings fehlte dieses gewisse Etwas. Selbst das große Finale hat mich nicht von den Socken gehauen. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, die Generalprobe mitzuerleben oder den ersten Versuch in Händen zu halten. So konnte ich erahnen, welche Atmosphäre geplant war, wirklich gespürt habe ich sie allerdings nicht. 

Alles in allem ist dieser Roman die reinste Enttäuschung. Der spannende Klappentext und das wunderschöne, obgleich nicht zum Thema passende, Cover locken den Leser mit hohen Erwartungen, die nicht mal im Ansatz erfüllt werden. Dass es auch mal wieder eine Trilogie werden soll, macht es nicht gerade besser.

Fazit

Elizabeth Miles' "Im Herzen die Rache" weckt hohe Erwartungen, derer es nicht gerecht wird. Die Charaktere überzeugen auf keiner Linie, weder durch Authenzität noch durch simple Sympathie. Die Geschichte steckt voller Potential, das leider an keiner Stelle ausgeschöpft wird. Viele Handlungen entbehrten jedweder Logik und alles in allem bin ich einfach nur enttäuscht. Immerhin ließ es sich angenehm und vorallem schnell (!) lesen. Für mich nur eine mittelmäßige Leistung, die gerade noch schwache 3/5 Bücher "verdient".

Die Autorin

© Sophie Dougher/ RISE
Elizabeth Miles wuchs in der Nähe von New York auf. Nach ihrem Studium in Boston arbeitete sie als Journalistin für eine alternative Wochenzeitung. Sie spielt leidenschaftlich gern Theater, liebt Pizza über alles und eine kalte Winternacht in Maine ist für sie das Schönste, wenn auch Unheimlichste, was sie sich vorstellen kann. Sie lebt mit ihrem Freund und ihren zwei Katzen in einer chaotischen Wohnung in Portland, Maine.

Die Reihe

Fury Trilogie
  1. Im Herzen die Rache / Fury
  2. ??? / Envy
  3. ??? / ???

Weitere Cover

Sonntag, 19. Mai 2013

[Rezension] Tiamat - Liebe zwischen den Welten von Tanja Heitmann

© cbt
Autorin: Tanja Heitmann
Dt. Titel: Tiamat - Liebe zwischen den Welten
Dt. Erstausgabe: 03/2013
Verlag: cbt
Format: Hardcover
Seitenzahl: 448
ISBN-10: 357016120X
ISBN-13: 978-3-570-16120-3
Preis: 16,99 €




Kaufen könnt Ihr das Buch gleich hier.

Die 16-jährige Anouk Parson lebt in dem alten Herrenhaus »Himmelshoch«, in dessen Kellergewölbe ein furchteinflößender Maelstrom seine Runden dreht. Sowohl ihr Vater als auch der eigensinnige Sander gehören dem Wächterzirkel an, der die Welt vor dem Ausbruch der Wasserfluten beschützt. Anouk ahnt nicht, dass Sander – den sie überall als ihren Bruder ausgibt – in Wirklichkeit ein viel größeres Geheimnis wahrt, das mit dem Verschwinden ihrer Mutter zu tun hat. Als Sander sie eines Tages küsst, erfährt Anouk nicht nur von seiner heimlichen Liebe zu ihr, sondern auch von der gefährlich schönen Welt, die hinter dem Maelstrom liegt.

Inhalt

In der Stadt Marienfall gibt es ein altes Herrenhaus, um das sich viele Legenden ranken. Natürlich trifft keine davon den wahren Kern, aber es hält Besucher ab. Einzig die Familie Parson scheint das Gerede nicht zu stören, immer leben sie dort.

Auf Anouks Schultern lastet eine schwere Bürde. Als Mitglied der Parson Familie ist eigentlich ihre Pflicht/ihre Bestimmung, dem Wächterzirkel beizutreten, um, wie Generationen vor ihr, den mächtigen Maelstrom, Tiamat, zu bewachen. Doch schon als Kind hat man ihr weisgemacht, dass sie für diese Aufgabe nicht geeignet sei, sodass sie das gerne ihrem Vater und ihrem "Bruder" Sander überlässt.
Dieser Maelstrom ist ein Portal in eine andere Welt. Ein Portal, das dringend geschlossen bleiben muss, denn es spuckt nicht nur Berge von Sand, sondern auch sympathische Besucher, die am Liebsten alles töten, was ihnen über den Weg läuft. Leider deutet alles daraufhin, dass Tiamat nicht mehr lange geschlossen bleibt und zu allem Überfluss verliebt sich Anouk dann auch noch in Sander. Doch wird ihre Liebe halten, wenn sie die Wahrheit über ihn erfährt?

Charaktere

Anouk ist klein, zierlich und hat eine schwarze Lockenmähne. Sie wünscht sich nichts sehnlicher als ein wenig Stabilität in ihrem unvorhersehbarem Leben. Dass ihre "Familie" auch nicht wirklich zusammenhält, macht sie richtig fertig. Was sie auch tut - Sander und ihr Vater geraten aneinander. Da ist es wenig verwunderlich, dass sie sich an ihren Heimatort und die Bindung zu ihren wenigen Freunden klammert. Dass ihr Gefühlsleben plötzlich Kopf steht, ist ihr da natürlich gar nicht recht.

Sander ist ein schrulliger, bunter Kauz. Nachdem Anouks Vater Sander vor Tiamat gerettet und bei sich aufgenommen hat, gibt er sich in der Öffentlichkeit als Anouks Bruder aus. Dass das nicht stimmt, würde ein Blinder auf Anhieb erkennen, aber die Menschen sehen bekanntlich nur das, was sie sehen wollen. Sander hat eine unerklärliche Verbindung zu Tiamat und wohnt freiwillig im Keller, um zu verhindern, dass nautische Besuchter ins Haupthaus gelangen.
Er ist groß, dunkelhaarig und trägt eine Brille, die er nur zu gerne irgendwo vergisst. Für ihn war Anouk schon immer mehr als eine "Schwester", doch sein Geheimnis hindert ihn daran, ihr seine Gefühle zu gestehen.

Eigene Meinung 

"Tiamat - Liebe zwischen den Welten" von Tanja Heitmann ist ein toller Roman, den ich nur jedem empfehlen kann!

Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und jugendlich. Die Sprache passt sich den jeweiligen Charakteren und Umständen an. Die Atmosphäre ist wieder mal sehr einnehmend und einzigartig. Die Geschichte wird aus Sicht der Protagonistin in der Ich-Perspektive erzählt.

Die Charaktere sind einzigartig, abwechslunsgreich und einfach sympathisch. Als Leser kriegt man das Gefühl, gute Freunde auf ihrem Weg zu begleiten. Durch ihre vielen Facetten und Vielschichtigkeit wirken sie authentisch und greifbar.

Die Geschichte macht einfach Spaß. In einem sehr angenehmen Tempo wird man in das komplizierte Leben der Familie Parson eingeführt und lernt den Maelstrom, Tiamat, und die darauf resultierenden Probleme kennen. Man lernt die Figuren kennen und findet nach und nach heraus, in welchen Beziehungen sie zueinander stehen. Durch die einzigartige Idee und diesen urigen Hintergrund wird es aber nie langweilig und das Tempo, sowie die Spannung steigert sich nach und nach. Ein paar Mysterien, ein Hauch Magie, eine zarte Liebesgeschichte und ein großer Showdown machen dieses Buch aus.

Die Lovestory steht im Fokus, ohne alles andere in den Hintergrund zu drängen. Selten habe ich bei einem Jugendbuch so viel Romantik ohne Kitsch gesehen. Toll!

Das Geheimnis rund um den Maelstrom ist so ganz anders als man es sich vorstellt, dass man gar nicht anders kann als neugierig zu werden. Heitmann hat ein komplexes Konstrukt errichtet, dessen Fundament auf so logischen Erklärungen baut, das man gar nicht daran zweifelt, dass es real sein könnte.

Das Cover ist einfach stimmig. Eine ausgesprochen schöne und harmonische Farbkombination definiert das Bild, alle weiteren Elemente sind in das Hauptbild eingefügt und sind Hinweise, auf die man vielleicht achten sollte.

Fazit



Tanja Heitmanns "Tiamat - Liebe zwischen den Welten" ist einer dieser aussterbenden Einzelbände im Jugendbuchbereich, was schon einen Großteil des Charmes ausmacht. Die Geschichte ist innovativ und wunderschön, die Charaktere sind authentisch und unfassbar liebenswert. Der Schreibstil überzeugt auf ganzer Linie und die Lovestory ist ebenso einzigartig wie dieser Roman, dabei überaus romantisch ohne kitschig zu sein. Dadurch, dass es eben keine Fortsetzung geben wird (hoffentlich bleibt das auch so - man weiß ja nie), ist das Ende umso schöner. Für mich eine klare Leseempfehlung - 5/5 Bücher!

Die Autorin

© Stefan Kröger
Tanja Heitmann wurde 1975 in Hannover geboren. Sie arbeitet in einer Literaturagentur und lebt mit ihrer Familie auf dem Land. Ihr Debütroman "Morgenrot" war ein sensationeller Erfolg und stand monatelang auf den Bestsellerlisten. Zuletzt bei Heyne erschienen: "Traumsplitter". Die "Schattenschwingen"-Reihe, ihre erste Jugendfantasy, wurde von Presse und Publikum ebenfalls begeistert aufgenommen.   
 

Mein Dank geht an...

... den cbt Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.  

Donnerstag, 16. Mai 2013

[Rezension] Sternenseelen 01 - Wenn die Nacht beginnt von Kerstin Pflieger


 

© Goldmann
Autorin: Kerstin Pflieger
Dt. Reihentitel: Sternenseelen
Dt. Titel: Wenn die Nacht beginnt
Dt. Erstausgabe: 04/2013
Verlag: Goldmann
Format: Klappbroschur
Seitenzahl: 416
ISBN-10: 3442477077
ISBN-13: 978-3-442-47707-4
Preis: 12,99 €




Wenn die Nacht beginnt, erwacht sein wahres Ich, und sie erkennt in ihm ihre große Liebe ...

Weil Lillys Mutter mit ihrem neuen Freund zusammenziehen wollte, sitzt Lilly jetzt in der Provinz fest – weit weg von ihren Freunden. Aber es gibt einen Lichtblick: ihr Mitschüler Raphael, der es Lilly gleich angetan hat, obwohl er sie vor ein Rätsel stellt. Über Tag ist er abweisend, doch sobald es Nacht wird, verführerisch charmant. Als ihr Stiefbruder dann in einen Autounfall verwickelt wird, zeigt sich Raphaels wahres Ich, und Lilly entdeckt sein unglaubliches Geheimnis …

Inhalt



Lily hat es so satt. Wieder einmal steht ihr ein Umzug bevor. Wieder einmal wurde sie mit den Worten abgespeist, das sei das letzte Mal. Für ihre Mutter schluckt sie die bittere Pille, aber von Freude kann keine Rede sein, wenn man von der Großstadt Stuttgart in ein Dorf in der Nähe von Heidelberg zieht.


Ihr einziger Lichtstreif entpuppt sich als ihr neuer Stiefbruder Samuel. Er ist süß, charmant und sexy – und vor allem gibt er ihr ein Gefühl von Zugehörigkeit, von Familie. Mit ihrem „Bruder“ stellt sie sich sogar der Herausforderung, an ihrer neuen Schule akzeptiert zu werden und wird dafür mir einer Hand voll Freundinnen und einem verwirrenden Typen belohnt. Doch das Glück währt nicht lange, denn Samuel wird auf dem Nachhauseweg von einem Auto überfahren. Für Lily war er eindeutig tot, aber plötzlich steht er wieder auf, mit dem netten Simon hat dieser Junge allerdings nicht mehr viel gemein. Wie kann das sein? Und inwiefern hängt Raphael da mit drin? Raphael, der Junge, der bei Tag so kalt und bei Nacht so charmant ist, dass Lily sich allen Widrigkeiten zum Trotz in ihn verliebt…


Die Protagonistin



Lily ist eine sympathische Person, allerdings lässt sie niemanden an sich ran. Nachdem sie ihren Vater an Krebs verloren hatte, machte sie so eine schwierige Phase durch, dass Jugendamt beinahe ihre Mutter und sie getrennt hätten. Seitdem gibt sie sich Mühe, eine annehmbare Tochter zu sein und akzeptiert ohne wenn und aber jeden Umzug und jeden neuen Mann. Doch so viele Abschiede gehen nicht spurlos an jemanden vorbei und so hat Lily gelernt, dass es besser ist, sich nirgendwo heimisch zu fühlen und keine Bindungen aufzubauen, die einen Umzug vermutlich nicht überstehen wurde. Das macht sie zu einer ebenso starken wie einsamen Person.


Eigene Meinung



Sternenseelen – Wenn die Nacht beginnt“ von Kerstin Pflieger ist der Auftakt zu einer vielversprechenden Jugendbuchreihe.


Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten, jugendlich und flüssig. Die Geschichte wird im personalen Erzählstil in der dritten Person bis auf wenige Ausnahmen von Lily erzählt. Wie bei so vielen Jugendbüchern hätte ich mir hier doch tatsächlich die Ich-Perspektive gewünscht.

Die Charaktere sind nicht gerade Pfliegers Stärker. Sie sind alle sehr flach gehalten und zeichnen sich durch unverständliche Handlungen aus. Manche Verhaltensmuster sind geradezu widersprüchlich, ganz unabhängig von den magischen Wesen, deren Verhalten ja schon im Klappentext angesprochen wird. Lily selbst ist mal mehr, mal weniger sympathisch. Wirklich mit ihr identifizieren konnte ich mich leider nicht. Ihr Gegenstück Raphael kommt mir teilweise wie das Mittel zum Zweck vor, der alle Klischees in sich vereint und keine eigene Persönlichkeit entwickeln darf.
Umso überzeugender sind dafür die Antagonisten. Sie sind erstaunlich komplex und unvorhersehbar. Vor allem Ansgar hat es mir angetan!

Die Geschichte fängt vorhersehbar und klischeehaft an. Bei vielen Szenen hat man das Gefühl, alles schon mal irgendwo gelesen zu haben. Vor allem die ersten beiden Kapitel haben Lily so furchtbar dargestellt, dass für mich gleich klar war, dass ich niemals mit ihr warm werden würde. So war es dann auch und trotzdem konnte mich Pflieger überzeugen, denn nach Samuels Unfall steigert sich das Tempo in einem Maße, dass man diesen Roman gar nicht mehr aus der Hand legen kann. Wer ist Freund, wer Feind? Was steckt hinter Samuels Veränderung und Raphaels merkwürdigem Verhalten? Besteht zwischen ihnen eine Verbindung? WAS sind sie?
Fragen über Fragen – und welch besseren Antrieb als die Neugier gibt es bei einem Buch? Nachdem Pflieger nun so ziemlich jedes Klischee eingesteckt hatte, das man sich bei diesem Genre vorstellen kann, bewies sie plötzlich Innovation. Die Idee der Sternenseelen ist neu, unverbraucht und vielversprechend und sie versteht es, den Leser zappeln zu lassen. Vor allem die vielen Überraschungsmomente begeistern und die Stimmung zog mich in ihren Bann.

Leider war die Lovestory dafür ziemlich banal und schlicht nicht nachvollziehbar. Ich will kein Miesepeter sein und gönne den beiden ihr Glück, aber ich hätte mir mehr Emotionen gewünscht. Solche Emotionen, die auch den Leser erreicht.


Fazit




Kerstin Pfliegers „Sternenseelen – Wenn die Nacht beginnt“ ist der Auftakt zu einer neuen Jugendbuchreihe, die ziemlich ambivalente Gefühle in mir weckt. Der Beginn des Buches strotzt vor Klischees, aber ab einem gewissen Punkt ist es temporeich, mitreißend und innovativ. Die Charaktere sind eher flach und definieren sich durch nicht nachvollziehbare Verhaltensmuster, die Antagonisten dagegen sind geradezu brillant – komplex und unvorhersehbar. Die Lovestory ist nicht neu und die großen Emotionen kamen bei mir leider nicht, trotzdem ergeben sie ein schönes Paar und natürlich will ich wissen wie es weitergeht. Alles in allem gab es viel zu meckern, trotzdem hatte ich meinen Spaß und fühlte mich mehr als gut unterhalten. Für das gute Gefühl und die tollen neuen Ideen vergebe ich 4/5 Bücher.

Die Autorin

© Bildschön - Das schnelle Bild-Netzwerk GmbH
Kerstin Pflieger lernte schon früh durch Reisen an die Küsten Europas, Afrikas und Asiens unterschiedliche Kulturen und Denkweisen kennen und entdeckte so auch ihre Liebe zum Schreiben. Nach dem Abitur studierte sie Biologie in Heidelberg und arbeitet unter anderem für ein Institut zur biologischen Stechmückenbekämpfung. Für ihren Roman »Die Alchemie der Unsterblichkeit« wurde sie in der Kategorie »Bestes deutschsprachiges Debut« mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet. Kerstin Pflieger lebt mit ihren Hunden im Landkreis Heilbronn.

Die Reihe


Sternenseelen Reihe
  1. Wenn die Nacht beginnt
  2. Solange die Nacht uns trennt

Mein Dank geht an...



...den Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

Mittwoch, 3. April 2013

[Rezension] Survive - Wenn der Schnee mein Herz berührt von Alex Morel

Der Autor: Alex Morel
Originaltitel: Survive
Titel: Survive - Wenn der Schnee mein Herz berührt
Dt. Erstausgabe: 01/2013
Verlag: Egmont Ink
Format: Hardcover
Seitenzahl: 256
ISBN-10: 3863960475
ISBN-13: 978-3-863-96047-6
Preis: 14,99 €



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Die Leseprobe findet Ihr hier.

Das hochdramatische Abenteuer einer starken Heldin, die im erbitterten Kampf ums Überleben zu sich selbst findet und dabei ihrer großen Liebe begegnet. Aufreibend, ergreifend und herzzerreißend! Wie durch ein Wunder überlebt Jane einen Flugzeugabsturz mitten in den Rocky Mountains. Ironie des Schicksals – genau für diesen Tag hatte sie ihren Selbstmord geplant. Außer Jane hat es nur noch ein einziger Passagier geschafft: Paul. Gemeinsam schlagen sich die beiden Teenager durch die eisige Wildnis, und dabei erkennt Jane zum ersten Mal seit Langem: Sie will leben. Das ist vor allem Paul zu verdanken, der ihr Bestes zum Vorschein bringt. Nie zuvor hat Jane so etwas für jemanden empfunden, und für diese unverhoffte Liebe wächst sie über sich selbst hinaus … 

Inhalt

Jane ist suizidgefährdet - und das ganz akut. Nach einem "Zwischenfall" landet sie in einer Klinik. Dort schmiedet sie den Plan, sich über Weihnachten eine Woche Zuhause zu verdienen, nur um sich auf dem Weg dorthin im Flugzeug umzubringen. Der Plan geht soweit auf, dass sie die Tabletten schon im Mund hat doch plötzlich stürzt das Flugzeug ab. Ironie des Schicksals ist, dass ausgerechnet das Mädchen überlebt, dass sich umbringen wollte. Der einzige andere Überlebende ist Paul, ein Junge in ihrem Alter, der sich nicht mehr von ihr hätte unterscheiden können. Gemeinsam beschließen sie, sich weiter in die Höhe zu kämpfen, um eine Chance auf Rettung zu finden. Die Aussicht auf Erfolg ist verschwindend gering und endlich begreift Jane, was es bedeutet, leben zu wollen...

Charaktere

Jane Solis hat keinerlei Lebenswillen mehr. Seit ihr Dad sich eines Heiligabends umgebracht wird, stumpft sie innerlich immer mehr ab. Sich zu ritzen weckt so etwas wie Freude in ihr und sie beschließt, dass es ihr Schicksal ist, dem Beispiel ihres Vaters zu folgen. Wozu sollte sie auch leben? Ihre Familie ist zerstört, der Lebenswille dahin. Freunde hat sie keine und letztlich landet sie in einer Klapsmühle. Ihre Kontrollsucht gipfelt in dem Wahn, ihren finalen Plan durchzuführen. Offensichtlich hat das Schicksal aber andere Pläne mit ihr und sie muss auf die harte Tour begreifen, was es bedeutet lebendig zu sein...

Paul Hart ist auf dem ersten Blick eine anstrengende Mischung aus Charmeur und Macho. Sein zwanghaftes Bedürfnis, JEDER Situation einen Witz abzugewinnen, ist zugleich erheiternd und abstoßend. Doch hinter seiner Fassade verbirgt sich ebenfalls ein kaputter Junge, der im Kindesalter seine Mutter und später seinen älteren Bruder verloren hat. Mit der Gewissheit, dass sein Vater lieber seinen Tod als den seines Bruder will wünscht, bricht er mit seinem Vater und zieht sein eigenes Ding durch. Seine Sportlichkeit und angeborene Kämpfernatur gibt Jane die Kraft, die beschwerliche Reise durch die Rocky Mountains zu bestehen..

Eigene Meinung

"Survive - Wenn der Schnee mein Herz berührt" von Alex Morel erzählt die emotionale Geschichte eines Mädchens, das nicht nur gegen den Willen der Natur, sondern vor allem gegen sich selbst kämpfen muss.

Das Erste, das den meisten Lesern ins Auge stechen wird, ist die "Dicke" des Buches. Auf gerade mal 256 Seiten erzählt Morel eine Geschichte, die Leben verändert. Eine Geschichte, die nicht nur das Herz berührt, sondern auch zum Nachdenken anregt. Denn ob ihr's glaubt oder nicht, vielen Teenagern geht es wie Jane. Das Leben wird schon lange nicht mehr als das Geschenk angesehen, das es ist. Gleichzeitig verdeutlicht Morel, dass es ein Kampf ist - noch etwas, das vermutlich nicht jeder anerkennt. Sei es, weil er es im Leben tatsächlich leicht hat oder es sich einfach nur nicht eingestehen will. Fakt ist, spätestens nach Beenden dieses Buches und dem ein- oder anderen vergossenem Tränchen, macht man sich Gedanken. Kämpft man schon / noch oder hat man bereits aufgegeben?

Diese bedeutenden Botschaften vermittelt er mit einer Leichtigkeit, die begeistert. Ausdrucksstärke und Prägnanz sind die ersten Begriffe, die mir in diesem Kontext einfallen. Aus der Ich-Perspektive erzählt Jane ihre Geschichte. Dabei benutzt sie eine jugendliche Sprache, die in dem Fall nicht nur authentisch ist, sondern es vermutlich auch jeder Altersstufe ermöglicht, sich in sie hinein zu versetzen. Dominiert wird die Erzählung von kurzen und prägnanten Sätzen, die das Gesamtbild abrunden, dass Morel die komplette Geschichte über auf jede überschüssige und funktionslose Szene verzichtet.

Ich muss wohl kaum erwähnen, dass ihm seine Charaktere gelungen sind, oder? Immerhin lebt die Geschichte allein durch die beiden Protagonisten. Auf den Punkt gebracht, sind die Figuren die Geschichte. Eine Trennung ist schlicht unmöglich. Ein Großteil des Geschehens findet in Janes Kopf statt. Wer Action sucht, ist hier also an der falschen Stelle. Nicht, dass man nichts erleben würde, aber man sollte sich von Anfang an klar sein, dass es um Janes Entwicklung, die Liebe und das Leben selbst geht. 

Natürlich ist die Idee nicht neu. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass ich schonmal einen Film gesehen habe, der ein ähnliches Thema behandelt. Mit dem Unterschied, dass es da mit Garantie um die bildgewaltige Szenerie und viel Blut ging. Jeder Leser weiß, dass ein gutes Buch viel berührender ist. Man hat das Gefühl, selbst all das zu fühlen und zu erleben. Umso wertvoller ist dieses kurze Vergnügen!

Das Cover ist einfach schön. Es vermittelt gleich die richtige Atmosphäre und ist in sich stimmig. Außerdem hebt es sich, im Gegensatz zum Originalcover, von der Masse ab, bei der immer irgendeine Frau zu sehen ist.

Fazit

Alex Morels "Survive - Wenn der Schnee Dein Herz berührt" ist eine gefühlvolle Geschichte, die den Leser zum Nachdenken anregt. Ein Buch, das allein von den Charakteren lebt und trotzdem nicht langweilig ist, erlebt man viel zu selten und kriegt man hier mit einer Leichtigkeit geboten, die begeistert! Meiner Meinung nach ist es ein wahres Must-Read und ich werde es bestimmt so schnell nicht vergessen. Ganz klar 5/5 Bücher! 

Der Autor

Alex Morel lebt in New Jersey. Er ist Vater von zwei Kindern und hat einen Hund namens CC. “Survive – Wenn der Schnee mein Herz berührt” ist sein erster Roman.

Das Originalcover

 

Donnerstag, 7. März 2013

[Rezension] Traumsplitter von Tanja Heitmann

© Heyne Verlag
Autorin: Tanja Heitmann
Originaltitel: Traumsplitter
Dt. Erstausgabe: 10/2012
Verlag: Heyne 
Format: Hardcover
Seitenzahl: 464
ISBN-10: 3453266129
ISBN-13: 978-3-453-26612-4
Preis: 17,99 €




Kaufen könnt Ihr das Buch gleich hier.

In flirrend heißen Sommernächten beginnt die junge Ella von Gabriel zu träumen. Vom ersten Moment an fühlte sie sich von dem umwerfend charmanten Mann, der plötzlich vor ihrer Tür stand, wie magisch angezogen. Doch dann entdeckt Ella, dass Gabriel tatsächlich den Weg in ihre Träume kennt. Eine gefährliche Gabe mit einem hohen Preis, der sie beide in den Abgrund stürzen könnte.

So hatte sich die junge Ella Johansen ihre Rückkehr ins Hafenstädtchen Sandfern nicht vorgestellt: die ehemals prächtige Villa der verstorbenen Tante ist heruntergekommen, der traumhafte Garten verwildert. Zudem nistet sich ihr Neffe Kimi bei ihr ein, der ganz und gar nicht mehr so süß und schüchtern wie in ihrer Erinnerung ist. Aber Ella ist fest entschlossen, zu bleiben und als Fotografin Fuß zu fassen. Der Sommer ihres Lebens beginnt in dem Moment, als ein rätselhafter Untermieter in die Villa zieht: Gabriel ist umwerfend schön und charmant; Ella fühlt sich trotz seiner Geheimnisse sofort zu ihm hingezogen. In den flirrend heißen Sommernächten beginnt sie, von ihm zu träumen. Doch dann findet sie heraus, dass Gabriel tatsächlich den Weg in ihre Träume kennt – und einen hohen Preis für seine gefährliche Gabe zahlen muss. Mit jedem Besuch in ihren Träumen riskiert er mehr, sich selbst auf der anderen Seite der Nacht zu verlieren. Plötzlich verwandelt sich der Boden unter Ellas Füßen in brüchiges Glas, und sie droht mit Gabriel in einen Abgrund zu stürzen.


Inhalt

Nach 10 traumlosen Jahren kehrt Ella endlich nach Sandfern zurück. Dort zieht sie in die Villa ihrer verstorbenen Tante, auch wenn diese einer Ruine gleicht. Ihr Neffe Konstantin, alias Kimi, erklärt sich sofort bereit, ihr bei den Renovierungsarbeiten zu helfen, Hauptsache er kommt von seinen gefühlskalten Eltern weg. Ohne deren Unterstützung wird die Renovierung aber auch für Ella zu teuer und sie sucht sich einen Untermieter, der mit anpacken kann.

Gabriel läuft die Zeit davon, denn der Dämon, der ihm die Fähigkeit, in Träume zu wandeln, verkauft hat, will eine Nachzahlung. Sein letzter Ausweg ist Bernadette, eine weitere Traumwandlerin, die in Sandfern lebt. Ellas Aushang kommt ihm da gerade recht und er zieht mit in die marode Villa ein, nicht ahnend, dass Ella sein Leben ganz schön aus der Bahn wirft und dass er sie und Kimi in große Gefahr bringt…

Charaktere

Ella ist Anfang 20 und verdient sich ihr Geld mit der Fotografie. Sandfern, vor allem der Garten ihrer Tante, war für sie immer ein magischer Ort, der ihre Fantasie und ihre Träume angeregt hat. Die 10 Jahre, die sie in Australien verbringen musste, hat sie sich nie heimisch gefühlt. Laut eigener Aussage ist sie dort nie angekommen.
Sie hat ein so fröhliches Gemüt, dass sie sich fast durch nichts aus der Ruhe bringen lässt. Eine Ruine zum Wohnen? Kein Problem, Ella campt einfach im Garten und nimmt die Renovierung als ein Sommerprojekt an. Sie nimmt die Dinge wie sie sind und so verfährt sie auch bei Menschen. Vorurteile kennt sie nicht, selbst die Frau ihres Halbbruders, die Ella abgrundtief hasst, wird zu Feiern eingeladen und nett begrüßt. Sogar die Magie, die Gabriel in ihr Haus bringt, ist ihr willkommen und sie unterstützt ihn so gut sie kann.

Gabriel ist ein heißer Sunnyboy. Er sieht so gut aus, dass er sich nahezu jede Frau zu Willen machen kann und Fortuna ist ihm in all den kleinen Dingen im Leben stets wohl gesonnen. Dafür ist sein Leben als Ganzes so verkorkst, dass es kaum in Worte zu fassen ist. Aus Langeweile hat er sich auf einen Pakt mit dem Teufel eingelassen und dafür einen Teil seines Selbst verloren. Jetzt ist abhängig von der Welt der Träume, die ihren Tribut einfordert, sonst wird er in 1000 Splitter zerspringen. Durch Ella und Kimi wird ihm erst bewusst, dass ihm etwas fehlt, nur leider ist es fast schon zu spät…

Kimi ein krasser Teenager, in einer sehr schlimmen Findungsphase. Er kann sich nicht entscheiden, ob er auf Frauen oder Männer steht, ob er selbst lieber eine Frau sein will...durch die Abweisung seiner Eltern wird das natürlich alles nur verstärkt. Seine Tante Ella ist ihm sehr wichtig – sie akzeptiert ihn so wie er ist und liebt ihn bedingungslos. Sie ist seine Stütze und die Einzige, die ihm helfen kann…

Eigene Meinung

"Traumsplitter" von Tanja Heitmann ist ein wahrhaft einzigartiges Buch. Das Cover hat mich direkt verzaubert – obwohl ich normalerweise vehement gegen Pink vorgehe! Die Kombination aus Silber und Pink empfinde ich dafür aber als richtig hübsch und im Regal ist es definitiv ein Eyecatcher. Ohne Schutzumschlag dominiert die „Mädchenfarbe“, immerhin wird man mit einem silbernen Lesebändchen entlohnt. Schade, dass sich das so schnell ausgefranst hat…

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler in der dritten Person wiedergegeben, der mal dem einen, mal dem anderen Charakter Raum gibt. Selbstredend begleitet man hauptsächlich Ella und Gabriel, aber auch Kimi, seine Eltern und Ellas beste Freundin, Nora, darf man näher kennen lernen. Der Schreibstil ist angenehm, flüssig und humorvoll. Beschreibungen muss man nicht missen und Frau Heitmann weiß definitiv wie man für die passende Atmosphäre sorgt.

Das kleine Küstenstädtchen Sandfern wurde mit so viel Liebe erschaffen, dass der Funke einfach auf den Leser überspringen muss. Die marode Villa mit dem verwilderten Garten hat einfach Charakter und einen ganz eigenen Charme, der mich für sich gewinnen konnte. Ich würde sofort einziehen!

Die Charaktere konnten mich vollends begeistern. Sie waren so authentisch und gut beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, sie persönlich zu kennen. Das Aussehen der verschiedenen Figuren war für mich so nebensächlich wie es auch in der Realität sein sollte. Hat es mich am Anfang noch gestört, dass die Protagonistin mit einer knabenhaften Figur versehen wurde und allgemein wie ein Teenager aussehen sollte, so trat das im Laufe der Geschichte in den Hintergrund – ihre Persönlichkeit war so strahlend schön, dass sie selbst mit der Zeit in meiner Vorstellung immer hübscher wurde. Gabriel mit seinem umwerfenden Aussehen hatte so gar nichts mit den klischeebehafteten, perfekten Helden gemein, mit dem man ihn zu Anfang automatisch assoziiert hat. Und Kimi…ach, Kimi war mein persönlicher Held! Erschien er mir zu Anfang noch wie der wahr gewordene Alptraum einer jeden Mutter, so wuchs er mir im Nachhinein immer mehr ans Herz. Er brachte Leben in die Villa und war oft derjenige, der den Stein ins Rollen brachte. Alles in allem brillieren die Figuren mit ihren Makeln und dem Facettenreichtum ihrer Persönlichkeiten.

Die Handlung ist schwer zu beschreiben. Den Großteil des Buches geschieht nicht wirklich viel. Die zwischenmenschliche Ebene ist hier von Bedeutung und darunter leidet die Spannung. Ich selbst empfand das nicht als schlimm. Es gefiel mir in Sandfern und ich fühlte mich „in“ der Geschichte sehr wohl. So komisch das jetzt auch klingt, aber die Traumwandel-Thematik hat mich an dem Roman am wenigsten interessiert…das hätte ich natürlich selbst nicht geglaubt, war das ja genau das, was mich am Klappentext so gereizt hat. Die Situation war zeitweise aber so ausweglos, dass ich gar nicht wissen wollte wie es ausgeht – bin nun mal ein Happy End Liebhaber…
Davon abgesehen war der letzte Abschnitt auch ziemlich verwirrend. Mal abgesehen davon, dass ich müde war, waren manche Abschnitte in der Traumwelt so seltsam beschrieben, dass ich nicht mehr durchgeblickt habe. Das macht irgendwie keinen Spaß, nicht zu wissen, was da gerade genau passiert bzw. wie es gerade passiert.

Fazit


Tanja Heitmanns „Traumsplitter“ ist ein sehr spezielles Buch, das nicht Jedermanns Geschmack treffen wird. Die Atmosphäre und vor allem diese fantastischen Charaktere konnten mich begeistern, leider schlug die Traumwandel-Thematik bei mir nicht an. Trotzdem hab ich mich in der Geschichte wohl gefühlt und wer mal Lust auf etwas Ruhiges hat, wird auch seinen Spaß haben. 4/5 Bücher!

Die Autorin

© Stefan Kröger
Tanja Heitmann wurde 1975 in Hannover geboren. Sie arbeitet in einer Literaturagentur und lebt mit ihrer Familie auf dem Land. Ihr Debütroman "Morgenrot" war ein sensationeller Erfolg und stand monatelang auf den Bestsellerlisten. Zuletzt bei Heyne erschienen: "Traumsplitter". Die "Schattenschwingen"-Reihe, ihre erste Jugendfantasy, wurde von Presse und Publikum ebenfalls begeistert aufgenommen.  
 
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