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Mittwoch, 25. November 2015

[Lisa's Rezension] Die letzten Tage von Rabbit Hayes von Anna McPartlin

Autorin: Anna McPartlin
Übersetzerin: Sabine Längsfeld
Dt. Erstausgabe: 20.03.2015
Verlag: rororo
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 464
ISBN-10: 3499269228
ISBN-13: 978-3499269226
Preis: 12,00 €






Stell dir vor, du hast nur noch neun Tage. Neun Tage, um über die Flüche deiner Mutter zu lachen. Um die Hand deines Vaters zu halten (wenn er dich lässt). Und deiner Schwester durch ihr Familienchaos zu helfen. Um deinem Bruder den Weg zurück in die Familie zu bahnen. Nur neun Tage, um Abschied zu nehmen von deiner Tochter, die noch nicht weiß, dass du nun gehen wirst ...

Sonntag, 26. Januar 2014

[Rezension] Earth Girl 02 - Die Begegnung von Janet Edwards

© Rowohlt Verlag
Autorin: Janet Edwards
Dt. Reihentitel: Earth Girl
Dt. Titel: Die Begegnung
Dt. Erstausgabe: 09/2013
Verlag: rororo
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 416
ISBN-10: 3499259346
ISBN-13: 978-3499259340
Preis: 9,99 €



Die Leseprobe findet Ihr hier.

Sie träumt von den Sternen. Doch ihr Kampf gilt der Erde. Als «Earth Girl» gehört Jarra zu den Ausgestoßenen, den Menschen ohne Wert. Mit diesem Schicksal wollte sich die streitlustige junge Frau noch nie abfinden. Doch an einer Tatsache kann auch Jarra nichts ändern: Sie gehört zu den wenigen, die aufgrund eines Gendefekts nicht teleportieren können. Während der Rest der Menschheit fremde Galaxien entdeckt, bleibt für sie nur ein Ort: der blaue Heimatplanet. Der allerdings ist in höchster Gefahr. Der erste Kontakt mit außerirdischem Leben steht bevor. Und die Fremden drohen mit der Vernichtung der Erde ... Um Jarra und ihre Freunde sammelt sich eine Widerstandsgruppe, aber ist der Rest der Menschheit ebenfalls bereit, für den Planeten der Zurückgelassenen zu kämpfen?

Inhalt

Nach ihrer Enthüllung und trotz ihrer Auszeichnungen hat Jarra wieder mit Anfeindungen zu kämpfen, weil sie an die Erde gebunden ist. Doch gemeinsam mit ihrem Freund, Fian, und ihren anderen Freunden trotzt sie allem und zieht ihr Geschichtsstudium durch. Bis das Militär sie und Fian einberuft - was absolut unverständlich ist, denn was sollte jemand dem Militär nutzen, der die Erde nicht verlassen kann? Außer natürlich die Erde selbst ist in Gefahr...

Eigene Meinung

"Earth Girl - Die Begegnung" von Janet Edwards ist eine großartige Fortsetzung, die alle Erwartungen übertroffen hat.

Edwards Schreibstil liest sich leicht und flüssig. Ihre Beschreibungen sind angemessen detailliert, ohne den Leser dabei zu erdrücken, und erinnern stets daran, dass man sich in einer fiktiven Zukunft befindet. Die Protagonistin Jarra erzählt mit viel Humor ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive und wendet sich im Prolog sogar direkt an den Leser.

Die Charaktere haben sich unübersehbar weiterentwickelt. Vor allem Jarra, die mehrmals rekapituliert, was sie sich im ersten Band geleistet hat und welche Auswirkungen ihre Handlungen auf sich und andere hatten. So fällt es dem Leser auch überraschend leicht, nach einem knappen Jahr wieder problemlos in die Geschichte hinein zu finden. Selten habe ich eine Protagonistin erlebt, die sich so nüchtern mit ihren eigenen Verfehlungen auseinandersetzt und bereit ist, die Verantwortung dafür zu übernehmen. Sie hat ein selbstbewusstes und starkes Auftreten und hält nicht mit ihrer Meinung zurück. Doch sie hat auch Ängste und Schwächen, die sie so authentisch machen.

Fian ist stets präsent und setzt durchaus seinen Willen durch. Dennoch kann er nicht mit Jarra mithalten, aber wer kann das schon?

Die Beziehung der beiden erlebt Höhen und Tiefen und ist doch angenehm konstant - besonders im Bereich Jugendbuch. Es ist eine Freude, die beiden zu erleben und ich bin mir sicher, dass die beiden auch jedes weitere Abenteuer gemeinsam meistern werden!

Die Geschichte hat mich positiv überrascht und alle meine Erwartungen übertroffen. Nach dem großartigen ersten Band, der im Übrigen ein sehr rundes Ende hatte, hatte ich berechtigte Bedenken, ob Edwards daran anknüpfen und das Spannungslevel halten kann. Immerhin sollte man ja meinen, dass Ausgrabungen nicht sonderlich spannend sind, vor allem nicht zum zweiten Mal, doch da hat man falsch gedacht. Edwards weiß genau, wie sie ihre Story erzählen muss und bietet tatsächlich in jedem Kapitel eine kleine oder auch große Überraschung. Und dieses Mal gibt es keine Zweifel, ob eine Fortsetzung möglich ist, denn dieses Abenteuer hat gerade erst angefangen...

Fazit

Janet Edwards "Earth Girl - Die Begegnung" ist die ideale Fortsetzung zu dieser tollen Reihe. Der humorvolle und fesselnde Schreibstil zieht den Leser in seinen Bann; ganz abgesehen von der unfassbar spannenden Geschichte, die man dieses Mal geboten kriegt. Die starke Protagonistin, die mein Herz bereits erobert hatte, begeisterte mich dieses Mal umso mehr. Schnell entwickelt sich auch dieser zweite Band zu einem Pageturner sondersgleichen und ist jede Empfehlung wert. 5/5 Bücher!

Die Autorin

© by privat
Janet Edwards hat in Oxford Mathematik studiert und lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in der Nähe von Birmingham.

Die Reihe

Earth Girl Trilogie

  1. Die Prüfung / Earth Girl (Earth Girl #1)
  2. Die Begegnung / Earth Star (Earth Girl #2)
  3. ??? / Earth Flight (Earth Girl #3)

Weitere Cover


Montag, 29. Juli 2013

[Rezension] Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes

© Rowohlt Verlag
Autorin: Jojo Moyes
Originaltitel: Me before you
Dt. Titel: Ein ganzes halbes Jahr
Dt. Erstausgabe: 03/2013
Verlag: Rowohlt
Format: Paperback
Seitenzahl: 512
ISBN-10: 3499267039
ISBN-13: 978-3-499-26703-1
Preis: 14,99 €




Kaufen könnt Ihr das Buch gleich hier.

Die Leseprobe findet Ihr hier.

Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt. Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will. Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird. Eine Frau und ein Mann. Eine Liebesgeschichte, anders als alle anderen. Die Liebesgeschichte von Lou und Will. 

Inhalt

In Zeiten einer Rezession ist es nicht leicht einen Job zu finden – vor allem nicht als 26-jährige Ex-Kellnerin ohne jegliche Qualifikation. Bei der Wahl zwischen Poledance, Seniorenpflege und der Arbeit in einem Schlachthof kommt Louisa Clark die Ausschreibung zur Betreuung eines Tetraplegikers gerade recht. So trifft sie auf Will, der nach einem Unfall vor 2 Jahren dieses undankbare Dasein fristen muss. Die beiden kommen nicht gerade gut miteinander aus, aber Lou kann sich nicht erlauben, auf das Geld zu verzichten. So freundet sie sich mit dem Gedanken an, dass ihr Vertrag eh nur auf ein halbes Jahr befristet ist – jedenfalls bis zu dem Tag, an dem sie erfährt, dass nach Ablauf der Frist Will sein Leben beenden will…

Charaktere

Louisa Clark ist außergewöhnlich anders. Sie lebt ohne Plan und akzeptiert, ohne groß darüber nachzudenken, dass ihre langjährige Beziehung zum „Marathon-Mann“-Patrick genau an dem Punkt stagniert ist, an dem die meisten Paare heiraten – oder wenigstens mal zusammen ziehen. Die Wahl ihrer Kleidung muss ihrer Stimmung entsprechen, nicht der angesagten Mode, wodurch immer mal wieder skurrile Kreationen zustande kommen. Sie hat eine Lebensfreude, die ansteckend ist und lässt sich selten wirklich runterziehen. Sie ist chaotisch, tollpatschig und herrlich selbstironisch. Ihr steter Drang zu quasseln, ist genauso anstrengend wie erheiternd.

Will Traynor hatte alles, was man sich nur wünschen kann. Er war von Geburt an wohlhabend, sah gut aus, hatte Erfolg im Beruf – und bei den Frauen. Er war der reinste Abenteurer, wollte alles sehen und erleben. Gleichzeitig war er sehr gebildet, wusste klassische Musik und ein gutes Buch zu schätzen – und hatte allgemein zu allem eine Meinung. Umso härter traf ihn der Unfall, der sein Leben verändern sollte. Denn ein Dasein als Tetraplegiker kam für ihn überhaupt nicht infrage. Denn wenn die einzige Entscheidung, die er noch selbst treffen darf, die ist, ob er leben oder sterben will, dann wählt er den Tod…-

Eigene Meinung

Lange habe ich daran gezweifelt, ob „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes etwas für mich sein könnte. Wer meinem Blog folgt, hat schnell gemerkt, dass das nicht gerade mein bevorzugtes Genre ist, also war es wohl nicht weiter verwunderlich, dass ich es die letzten Wochen geschafft habe, diesen Roman gekonnt zu ignorieren. Als mich dann die Nachricht erreichte, dass ich es als Wanderbuch erhalten würde, dachte ich mir, “Jetzt oder nie“.

Dank Moyes wahrhaft wunderschönem und bildhaftem Schreibstil war ich binnen weniger Minuten in der Geschichte eingetaucht und jeglicher Zweifel beraubt. Ich habe selten erlebt, dass jemand gleichzeitig so fröhlich und so ernst, so anspruchsvoll und doch leichtgängig schreibt. Dass das Geschehen aus Lous Ich-Perspektive geschildert wird, bietet neben den wichtigen Einblicken vor allem die richtige Portion Humor.

Die Charaktere sind so natürlich, dass man das Gefühl hat, ihnen jederzeit auf der Straße begegnen zu können. Sie haben ihre Ecken und Kanten und wenn man ehrlich ist, ist keiner davon ein richtiger Sympathieträger (abgesehen vielleicht von Thomas, Lous Opa und Louisa). Natürlich erobert auch Will mein Herz, aber das gelingt ihm nicht durch seinen Charme. Besonders gut hat mir gefallen, dass jede Figur einen anderen Standpunkt zum Thema „Sterbehilfe“ vertritt. Manche sind strikt pro oder contra, andere wissen nicht, was sie davon halten sollen, manch einer versteht Wills Wunsch, möchte aber gleichzeitig nicht loslassen. Es ist ein schwieriges Thema, das hier auf unaufdringliche Weise behandelt wird.

Die Geschichte ist gleichermaßen wunderschön als auch unglaublich traurig. Ich bin froh, dass ich dieses Mal eine Ausnahme gemacht und mir vorher eine Rezension durchgelesen habe, sonst hätte ich anhand des Klappentextes nämlich nicht ersehen können, worum es wirklich geht und man sollte sich schon darüber im Klaren sein. So leicht es sich auch lesen lässt, so schwer ist es doch zu verdauen und das sollte man dann nicht unter Stress oder in der Mittagspause tun.

Ich hatte wahrlich Angst, dass die Thematik die Stimmung drücken würde doch das tut es ganz und gar nicht. Während man Lou und Will auf ihrem beiderseitigen Kampf begleitet, erlebt man die gesamte Palette der Gefühle; tatsächlich ist Mitleid dabei noch das Geringste. Moyes zeigt nämlich ganz klar, dass Will zwar ein furchtbares Schicksal erleidet, er aber immer noch ein Mensch ist und auch so behandelt werden will. Er will nicht dauerhaft mit Samthandschuhen angefasst werden, die mitleidigen Blicke oder das Getuschel im Hintergrund ertragen. Er besitzt keine Bewegungsfreiheit mehr, ist in allem eingeschränkt und hat eine Lebensqualität, die sich von Jahr zu Jahr verschlechtert – da möchte man doch wenigstens in dem wenigen, das man noch tun kann, normal behandelt werden. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass es zwischen Will und Lou des Öfteren zu witzigen Wortgefechten kommt, die den Großteil des Charmes dieses Romanes ausmachen.

Die Liebesgeschichte ist mit eine der Schönsten, die ich je gelesen habe. In Gegenüberstellung eines aktiven, sportlichen Mannes zu einem Tetraplegiker würden sich wohl die wenigstens für letzteren entscheiden, auch wenn dieser noch so charmant oder intelligent ist. Louisa tut es, doch nicht auf die kitschige, klischeehafte Weise, stattdessen auf ganz hohem Niveau mit großem Gefühl. Es ist die echte wahre Liebe und doch keine klassische Liebesgeschichte.

Fazit

Jojo Moyes konnte mich mit „Ein ganzes halbes Jahr“ schnell begeistern und wird mich doch lange nicht loslassen. Ich habe selten so viel gelacht und geweint gleichzeitig und war ganz bestimmt noch nie so gefesselt von Gegenwartsliteratur. Authentische Charaktere und eine Geschichte, die gut unterhält, doch gleichzeitig zum Nachdenken anregt, ist ein Erfolgsrezept, das ich jedem nur zu lesen empfehlen kann. Ich muss mich der Reihe der Begeisterungsrufe anschließen und betitel es mit Freuden als eines meiner Jahreshighlights. 5/5 Bücher!

Die Autorin

© by Phyllis Christopher
Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die «Sunday Morning Post» in Hongkong und den «Independent» in London gearbeitet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in Essex.

Weitere Cover











Mein Dank geht an...

... Gisela M. für die Bereitstellung des Wanderbuches! <3

Mittwoch, 12. September 2012

[Rezension] Earth Girl 01 - Die Prüfung von Janet Edwards

© Rowohlt Verlag
Autorin: Janet Edwards
Originaltitel: Earth Girl
Dt. Reihentitel: Earth Girl
Dt. Titel: Die Prüfung
Dt. Erstausgabe: 09/2012
Verlag: rororo
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 448
ISBN-10: 3499259028
ISBN-13: 978-3-499-25902-9
Preis: 9,99 €




Sie kommt von der Erde. Ihr Schicksal steht in den Sternen. Jarra ist ein «Earth Girl». Während sich der Rest der Menschheit aufmacht, fremde Galaxien zu entdecken, ist Jarra zu einem Leben auf dem alten Heimatplaneten verdammt: Aufgrund eines Gendefekts kann sie nicht teleportieren. Sie gehört zu den Ausgestoßenen, den Wertlosen. Aber Jarra hat einen Traum: Sie will normal sein, will wie alle anderen studieren. Ihre Leidenschaft ist die Frühgeschichte – der faszinierende Zeitraum vor Erfindung der Portaltechnik. Damals lebten die Menschen in riesigen Städten wie New York, die heute nur noch Ruinen sind. Um ihren Traum wahr werden zu lassen, muss Jarra ihre Identität ver­leugnen. Sie ist bereit, diesen Preis zu zahlen. Doch als ein schreckliches Unglück droht und nur Jarra es aufhalten kann, beginnt sie sich zu fragen, ob es wirklich so erstrebenswert ist, normal zu sein ...

Inhalt

Jarra lebt in einer Zeit, in der die Menschheit auf anderen Planeten siedelt. Nur noch ein Bruchteil lebt auf der Erde und das nicht ohne Grund, denn diese Menschen können schlichtweg nicht anderswo überleben. Als die Minderheit, die sie nun mal darstellen, werden sie vom Rest der Bevölkerung bemitleidet, ignoriert oder missachtet. Die Kinder trifft es besonders schlimm, weil die meisten Eltern nicht dazu bereit sind, für ihr Kind auf die Erde zurück zu kehren. Jarra ist eines dieser Kinder und als solches voller Zorn. Um ihrer Wut Ausdruck zu verleihen, lehnt sie sich gegen alles auf. Ihr großer Racheakt soll die Teilnahme am Vorstudium für den Kurs Geschichte an einer Uni eines anderen Planeten, um aller Welt zu beweisen, dass sie besser ist als jeder "Exo"...

Die Protagonistin

Jarra ist ein "Earth Girl". Sie gehört der Minderheit an Menschen an, denen es nicht möglich andere Planeten zu bereisen oder zu bewohnen. Da ihre Eltern nicht dazu bereit waren, auf der Erde zu leben, ist sie als "Waise" groß geworden, lediglich mit einer "Pro Mum" an ihrer Seite, die zwei Stunden die Woche für sie erübrigt. Die Pflichtsitzungen beim Therapeut sind für sie die reinste Folter und durch ihren Sturkopf konnte sie ihren Zorn nie ganz überwinden. Neben der unverarbeiteten Last, die sie täglich mit sich herumschleppt, ist sie aber auch clever, engagiert, talentiert und humorvoll. Ihre große Leidenschaft ist die Geschichte und wenn sie sich einmal was in den Kopf setzt, dann zieht sie das auch durch. Im Laufe der kommenden Ereignisse  muss sie aber vor allem beweisen, ob sie wirklich so stark ist wie sie jeden glauben lässt.

Eigene Meinung

"Earth Girl - Die Prüfung" von Janet Edwards ist der grandiose Auftakt zu einer neuen Trilogie und sowohl für die Autorin als auch für mich ein Debut. Denn es ist das erste Mal, dass ich mich nicht nur freiwillig mit einem Science Fiction Roman befasse, sondern vor allem, dass es mir gefällt - und wie er mir gefallen hat! 

Das Cover sagt wenig aus, aber zeigt, meiner Meinung nach, direkt, dass es sich hier um SciFi und NICHT um eine Dystopie handelt. Zugegeben, die Frau, die dort zu sehen ist, ist ziemlich hübsch, aber mir persönlich wäre der Roman so nie aufgefallen.

Der Schreibstil ist recht schlicht, aber dennoch informativ. Obwohl viel beschrieben wird, bleibt das Kopfkino doch eher spekulativ. Dennoch ist der Schreibstil flüssig und lädt zum Lesen ein.

Der Roman ist klar gegliedert und in sich abgeschlossen. So kam es für mich doch sehr überraschend als ich hörte, dass tatsächlich noch Bücher folgen. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass ich mich nicht auf die Folgebände freue, ganz im gegenteil, denn Edwards Debut ist mehr als vielversprechend.

Die Geschichte wird von Jarra erzählt und ist logischerweise aus der Ich-Perspektive verfasst. Sie beginnt kurz vor ihrem 18. Geburtstag und alles bis dahin ist als Einleitung anzusehen. Ab ihrer Volljährigkeit fängt der Spaß dann auch richtig an. Damit ihr Plan gelingt, schlüpft Jarra wirklich in die Rolle des Militärmädchens. Danach spielt der Großteil des Romans auf der Ausgrabungsstätte New York. Hört sich das langweilig an? Vielleicht. Ist es langweilig? Auf keinen Fall!
Denn im 28. Jahrhundert ist unser Planet nicht mehr annähernd so gezähmt wie er jetzt ist und es kann schon lebensgefährlich sein, nur einen Fuß vor die Haustür zu setzen.

So beweist Edwards, dass ein einfaches Setting genügt, um ein spannendes und mitreißendes Werk zu schaffen, das weit mehr als nur eine nette Geschichte für zwischendurch ist. Denn ihre beängstigend glaubwürdige Zukunftsvision befasst sich mit Rassismus, Mobbing und Behinderung. Durch die zwangsläufige Ausgrenzung der behinderten Menschen - den Menschen, denen es nicht möglich ist, den Heimatplaneten zu verlassen - kommt es ja erst zu der Situation, in der ein wütendes Mädchen, das sich von allen buchstäblich verlassen fühlt, aller Welt beweisen will, dass sie genauso Mensch ist wie jeder andere auch. Doch Edwards genügt es nicht, auf die Missstände aufmerksam zu machen, sie belehrt den Leser sogar: Jarras eigene Vorurteile gegenüber den gesunden Menschen weichen im Laufe ihrer Entwicklung - und ebenso der anderen Figuren - weitaus angenehmeren Empfindungen, auch wenn sie es sich selbst nicht eingestehen möchte. Nebenbei wird die Protagonistin sowohl physisch als auch psychisch an ihre Grenzen geführt und symbolisiert deutlich, was viele weniger Begünstigte erdulden müssen.

Fazit

Science Fiction, die überzeugt und dabei auch noch moralisch wertvoll ist. Edwards feiert mit dem ersten Teil der Earth Girl-Trilogie ein Debut, das es in sich hat. Verdiente 5/5 Büchern.

Die Autorin

Janet Edwards lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in der Nähe von Birmingham. Sie hat in Oxford Mathematik studiert und ist ein großer Science-Fiction-Fan. 
Mehr zu der Autorin auf: http://www.janetedwards.com/ 

Die Reihe

Earth Girl Trilogie
  1. Die Prüfung / Earth Girl (Earth Girl #1)
  2. Die Begegnung / Earth Star (Earth Girl #2)
  3. ??? / Earth Flight (Earth Girl #3) (erscheint ???)

Originalcover

Sonntag, 26. August 2012

[Rezension] Das Haus in der Löwengasse von Petra Schier

© Rowohlt Verlag
Autorin: Petra Schier
Dt. Titel: Das Haus in der Löwengasse
Dt. Erstausgabe: 09/2012
Verlag: rororo
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 350
ISBN-10: 349925901X
ISBN-13: 978-3-499-25901-2
Preis: 8,99 €






Nur das Schicksal kennt ihren Weg. Pauline Schmitz ist Waise. Nach dem Tod ihres Onkels auf sich gestellt, findet die junge Frau eine Anstellung als Gouvernante in Bonn. Der Hausherr hat Hintergedanken: Als sich Pauline gegen seine Nachstellungen zur Wehr setzt, steht sie plötzlich auf der Straße – mit nicht mehr, als in einen Koffer passt. Mittellos und ohne Beziehungen droht Pauline das Schlimmste. Dann kommt ihr das Glück zu Hilfe: Der Kölner Textilfabrikant Reuther nimmt sie in seine Dienste. Und er verliebt sich in sie. Doch Julius Reuther braucht eine Frau mit Geld, will er sein Unternehmen retten. Und Pauline muss sich entscheiden: Folgt sie ihrem Herzen und lebt ein Leben als Mätresse im Verborgenen? Oder geht sie ihren eigenen Weg?

Inhalt

Pauline Schmitz hat es nicht leicht. Nach dem Tod ihrer Eltern wurde sie von ihrem Onkel großgezogen, der jedoch starb bevor er sie verheiraten konnte. Um über die Runden zu kommen, nimmt sie eine Anstellung als Gouvernante an doch der Hausherr will weit mehr von ihr, als dass sie nur seine Kinder erzieht. Als die Hausherrin Wind davon bekommt, führt es zu einem Skandal und sie muss die Stadt verlassen. 
In Köln scheint ihr das Glück wieder hold zu sein, denn sie wird als Magd eingestellt. Allerdings ist das Leben als Magd sehr hart und für ein Mädchen aus ehemals gutem Hause ist das ein ganz schöner Abstieg. Wie es der Zufall so will, erwischt Julius Reuther sie dabei, wie sie bei einem gesellschaftlichem Anlass seinen Sohn eine Standpauke hält. Begeistert von ihrem Umgang mit Kindern stellt er sie als Gouvernante ein. Alles scheint perfekt bis sich Pauline in Julius verliebt..

Charaktere

Pauline Schmitz ist gerade Mitte zwanzig und hat mehr Erfahrung als so manche ältere Menschen. Nach dem Tod ihrer Eltern, lebte sie bei ihrem Onkel, der ihr Bildung gewährte, die sonst nur Männern zusteht. Ebenso wurde an ihren Manieren gefeilt und sie ist mehr als tugendhaft. Doch als auch ihren Onkel der Tod ereilte, musste sie sich einen Job als Gouvernante nehmen. Ihre guten Manieren kamen ihr sehr zupass doch die zu Anfang noch harmlosen Avancen ihres Arbeitgebers gipfelten in einen Skandal, der sie traumatisiert hat. Am Boden angekommen muss sie sich vor allem selbst davon überzeugen, dass sie stark genug ist, um weiterzuleben. Die folgende Anstellung als Magd hat ihr einen ganze neuen Blickwinkel verschafft, weil sie die harte Arbeit, die das Dienstpersonal verrichten muss, am eigenen Leib zu spüren bekommt. Die Arbeit wirkt desillusionierend und sie wird sich darüber im Klaren, wie wenig Frauen in ihrer Gesellschaft auf die Welt vorbereitet werden. Leider stellt sie ein Talent zur Schau, das sie immer wieder in scheinbar ausweglose Situationen bringt. Im Hause Reuther entdeckt sie ihr Selbstbewusstsein wieder und entwickelt sich von einem naiven Mädchen zu einer starken Frau, die keine Probleme hat, einem wütenden Mann Paroli zu bieten.

Julius Reuther hat eine ebenso bewegte Vergangenheit wie Pauline. In der Gesellschaft wird er als Emporkömmling bezeichnet, da sich seine Familie die Firma und den damit einhergehenden Status hart erarbeitet hat, anstatt von Geburt an zur Oberschicht zu gehören. Seine erste Ehe, aus der zwei Kinder hervorgingen, war arrangiert und kam beiden Familien zupass. Die Familie Reuther verfügte nun über ein ausreichendes Budget, um zu expandieren und die Familie seiner Frau konnte ihre Tochter verheiraten, die unter manischen Depressionen litt. Leider wusste Julius nichts davon und ist an seiner Ehe beinahe kaputt gegangen. Als seine Ex Selbstmord beging war das beinahe das gesellschaftliche Aus, aber Reuther ließ sich seinen inneren Aufruhr nicht anmerken und trug das augenscheinlich mit Fassung. Leider besteht seine Art der Verarbeitung darin, dass er sich in sich zurückzieht und eine Mauer aufgebaut hat, die jeden, einschließlich seiner Kinder auf Distanz hält.

Eigene Meinung

"Das Haus in der Löwengasse" von Petra Schier ist ein historischer Roman, der ganz nach meinem Geschmack ist. Er skizziert drei wichtige Lebensabschnitte der Protagonistin, wobei einer mittels Erinnerungen und Träumen dargestellt wird. Die Geschichte wird von einem allwissenden Erzähler berichtet, wobei er zwischen Julius und Paulines Sicht hin- und her wechselt. Die Handlung ist klar strukturiert, der Schreibstil flüssig und bildlich. Gefühle werden ebenso gut beschrieben wie das Aussehen der Charaktere und Orte, an denen das Geschehen stattfindet. Die Sprache ist sehr authentisch. So werden sowohl der Kölscher Dialekt, als auch eine zeitgemäße Wortwahl verwendet.

Generell liest sich der Roman gut. Er hat zwar nicht diesen typischen Pageturner-Effekt, sodass die Seiten "dahin fliegen", aber das ist gar nicht schlimm, denn man sollte sich die Zeit nehmen, um vielleicht auch noch das ein- oder andere zu lernen.

Zu Anfang hatte ich Schwierigkeiten, mich in die Figur von Pauline hinein zu versetzen. Sie war sowohl physisch als auch psychisch klein und schwach. Ziemlich zimperlich und total naiv. Doch sobald sie die Stelle als Gouvernante im Haus von Julius Reuther angenommen hat, wächst sie über sich hinaus. Parallel zur Entwicklung der Protagonisten, nimmt auch die Handlung an Fahrt auf.

Neben der Liebesgeschichte herrscht auch die Frage, wer Schuld am Niedergang der Firma Reuther ist. Man wird immer wieder auf eine falsche Fährte gelockt und bangt nebenher um das Liebensleben von Julius und Pauline.

Besonders gut gefallen hat mir dabei, dass sich der Mann zuerst verliebt hat und letztlich die Initiative ergriffen hat. Dass er die Leidenschaft aufbrachte, um alles für sie zu opfern und um sie zu kämpfen, wohingegen sie die Rationale war.

Die Gestaltung des Buches ist angepasst an den Inhalt. Auf dem Coversieht man einen Ausschnitt vom Haus in der Löwengasse, somit also passend zum Titel und der Geschichte. Die Farben sind klassisch für einen historischen Roman in erdigen Tönen gehalten.

Fazit

Das Haus in der Löwengasse von Petra Schier ein klassischer historischer Roman, der eine Liebesgeschichte mit minimalen kriminalistischen Zügen vereint. Ganz klare Leseempfehlung!

Die Autorin

Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit ihrem Mann und einem Deutschen Schäferhund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur an der Fernuniversität Hagen, und seit 2003 arbeitet sie als freie Lektorin und Autorin.
Ihre historischen Romane erscheinen im Rowohlt Taschenbuch Verlag, ihre Weihnachtsromane bei Rütten & Loening.
Unter dem Pseudonym Mila Roth veröffentlicht die Autorin verlagsunabhängig die Action-Romance E-Book-Serie um den Geheimagenten Markus Neumann und die Zivilistin Janna Berg.

Weitere Bücher

Adelina Reihe
  1. Tod im Beginenhaus
  2. Mord im Dirnenhaus
  3. Verrat im Zunfthaus
  4. Frevel im Beinhaus
  5. Verschwörung im Zeughaus


Aachen Trilogie
  1. Die Stadt der Heiligen
  2. Der gläserne Schrein
  3. Das silberne Zeichen
Kreuz Trilogie
  1. Die Eifelgräfin
  2. Die Gewürzhändlerin
  3. Die Bastardtochter (erscheint im September 2015)
Spionin wider Willen
  1. Spionin wider Willen
  2. Von Flöhen und Mäusen
  3. Freifahrtschein
  4. Operation Maulwurf
  5. Katzenfische
Weihnachtsromane
  • Ein Weihnachtshund auf Probe
  • Ein Weihnachtsengel auf vier Pfoten
  • Suche Weihnachtsmann - biete Hund
  • Vier Pfoten unterm Weihnachtsbaum
  • Vier Pfoten und das Weihnachtsglück
  • Der himmlische Weihnachtshund
  • Ein Weihnachtshund für alle Fälle
Weitere historische Romane
  • Das Haus in der Löwengasse
  • Der Hexenschöffe (erscheint im Oktober 2014)

Mein Dank geht an...

...Petra Schier für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!
 
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