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Dienstag, 14. Januar 2014

[Rezension] Vier Pfoten und das Weihnachtsglück von Petra Schier

© Aufbau Verlag
Autorin: Petra Schier
Dt. Titel: Vier Pfoten und das Weihnachtsglück
Dt. Erstausgabe: 10/2013
Verlag: Rütten & Löhning
Format: Hardcover
Seitenzahl: 176
ISBN-10: 335200871X
ISBN-13: 978-3352008719
Preis: 9,99 €





Fröhliche Hundeweihnacht! Sophie Lamberti ist glücklich. Endlich ein Großauftrag für ihr Fotostudio. Sie soll für eine Artikelserie zum Weihnachtsfest Fotos beisteuern. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kann Sophie sich auch für Carsten, den Journalisten, erwärmen, der die Serie schreiben soll. Sie ist sogar drauf und dran, sich in ihn zu verlieben. Bis er mit einem verwöhnten Cocker auftaucht. Die Hundedame Lulu hat ganz eigene Ansichten darüber, wem sie ihre Zuneigung schenkt. Und dann stellt sich kurz vor Weihnachten zu allem Überfluss heraus, dass Carsten gar nicht der ist, der zu sein vorgab. Sophie fühlt sich hintergangen und zieht sich zurück. Doch das will Lulu gar nicht akzeptieren – und beschließt zu handeln. Eine magische Weihnachtsgeschichte – nicht nur für Hundeliebhaber. 

Inhalt

Sophie Lamberti ist eine talentierte Fotografin, die kurz vor Weihnachten endlich einen richtig lukrativen Auftrag erhält. Dieser Auftrag beinhaltet aber die Zusammenarbeit mit dem ruppigen Journalist Carsten. Zwischen fliegen des öfteren die Fetzen - und auch die Funken. Für den Weihnachtsmann eine Freudige Nachricht, hat er sich doch vorgenommen, Sophie zu Weihnachten ihren Wunsch nach einem Mann zu erfüllen. Wie es aussieht, wird das ein leichtes Spiel, doch dann geht alles schief. Da kann nur noch Hundedame Lulu helfen...

Eigene Meinung

"Vier Pfoten und das Weihnachtsglück" von Petra Schier ist wieder einmal eine super süße Weihnachtsgeschichte, die schnell gelesen und unterhaltsam ist. 

Wie immer lädt Schiers Schreibstil zum Lesen ein. Sie schreibt gewohnt flüssig und bildhaft, wobei sie sich passend zu dieser "kurzen" Geschichte selbst auch etwas kürzer fasst. Erzählt wird die Geschichte im personalen Erzählstil aus verschiedenen Perspektiven.

Trotz der geringen Seitenanzahl kommen die Charaktere nicht zu kurz. Sophie ist ambitioniert, talentiert und temperamentvoll. Sie liebt ihre Arbeit, aber noch mehr ihre Familie. Entgegen ihrer aufbrausenden Art kann sie auch sehr einfühlsam sein.

Carstens Familienverhältnisse haben letztlich dafür gesorgt, dass er den Frauen abgeschworen hat. Nach all den schlechten Erfahrungen, die er gemacht hat, hat er die Suche aufgegeben und konzentriert sich lieber auf wichtige Projekte. Durch seine grundlegende Frauenskepsis erscheint er oft sehr ruppig, womit er bei Sophie genau an der falschen Adresse ist.

Die Geschichte ist total süß und einfach was Nettes für die Weihnachtstage. Die ideale Möglichkeit, um zwischen dem weihnachtlichen Familienstress mal zwei Stunden zu entspannen. Dabei konnte mich Schier noch richtig überraschen. Nach dem Klappentext hatte ich eine ziemlich konkrete Vorstellung davon, wie dieser Roman ablaufen wird und hätte mich kaum mehr irren können. Natürlich war mir nach der Hälfte dann doch klar, was das eigentliche Problem sein wird, aber das ist ja nicht gerade selten der Fall. 

Die Liebesgeschichte gefällt mir an sich sehr gut, auch wenn sie etwas überdramatisiert wird - aber immerhin geht es ja auch darum. Doch das Beste an der Konstellation ist natürlich die süße Hundedame Lulu. Ihre Gedanken werden vermutlich jeden Leser zum Schmunzeln bringen.

Der Weihnachtsmann und seine Elfencrew tun ihr Übriges, um die passende Atmosphäre zu gestalten. So kam ich selbst im Januar noch in Weihnachtsstimmung!

Das Cover ist niedlich und passt zur "Reihe", allerdings finde ich es wirklich schade, dass der abgebildete Hund nicht der Rasse entspricht, der die kleine Lulu angehört.

Fazit


Petra Schiers "Vier Pfoten und das Weihnachtsglück" ist wieder einmal eine wunderbar süße Weihnachtsgeschichte, die schnell gelesen und somit ideal für den Feiertagsstress geeignet ist. Für die geringe Seitenzahl erstaunlich tiefe Charaktere und diese stimmungsvolle Geschichte bieten gute Unterhaltung, die ich zur passenden Jahreszeit nur empfehlen kann. Ich freue mich auf die nächste Hundeweihnacht und vergebe gerne 5/5 Bücher!

Die Autorin

Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit ihrem Mann und einem Deutschen Schäferhund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur an der Fernuniversität Hagen, und seit 2003 arbeitet sie als freie Lektorin und Autorin.
Ihre historischen Romane erscheinen im Rowohlt Taschenbuch Verlag, ihre Weihnachtsromane bei Rütten & Loening.
Unter dem Pseudonym Mila Roth veröffentlicht die Autorin verlagsunabhängig die Action-Romance E-Book-Serie um den Geheimagenten Markus Neumann und die Zivilistin Janna Berg.

Weitere Bücher

  • Vier Pfoten und das Weihnachtsglück
  • Der himmlische Weihnachtshund
  • Ein Weihnachtshund auf Probe
  • Ein Weihnachtsengel auf vier Pfoten
  • Suche Weihnachtsmann - biete Hund
  • Vier Pfoten unterm Weihnachtsbaum
  • Ein Weihnachtshund für alle Fälle

Mein Dank geht an...

...Petra Schier für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Sonntag, 11. August 2013

[Rezension] Verschwörung im Zeughaus von Petra Schier

© rororo
Autorin: Petra Schier
Die Reihe: Adelina Reihe
Dt. Titel: Verschwörung im Zeughaus
Dt. Erstausgabe: 07/2013
Verlag: rororo
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 352
ISBN-10: 3499259222
ISBN-13: 978-3499259227
Preis: 9,99 €




Kaufen könnt Ihr das Buch gleich hier.

Die Leseprobe findet Ihr hier.

Ein spannender Kriminalroman, eingebettet in das fabenprächtige Gemälde des mittelalterlichen Köln. Im frühen Dämmerlicht, als die Stadt zum Leben erwacht, nähert sich verstohlen eine Gestalt dem Haus von Apothekerin Adelina: Ihr Bruder Tilmann - schwer verwundet. Der Hauptmann der Kölner Stadtgarde kann nur noch ein paar Worte stammeln, bevor er zusammenbricht. Die zweite Begegnung an diesem Morgen ist nicht weniger verstörend für Adelina: Ihr Bruder wird wegen Mordes gesucht. Von einer Verschwörung ist die Rede, im Zeughaus wurde eine Leiche gefunden, neben ihr Tilmanns Dolch. Was ist geschehen? Während Tilmann mit dem Tode ringt, kämpft Adelina ihren eigenen Kampf: Soll sie den ungeliebten Bruder verraten, um ihre Familie zu schützen? 

Inhalt

In Adelinas Leben scheint endlich etwas Ruhe eingekehrt zu sein, allerdings hält diese wieder einmal nicht lange an. Als eines Tages ihr Bruder, Hauptmann Greverode, schwer verwundet und angeklagt wegen Mordes vor ihrer Tür steht, wird ihr klar, dass sie auch dieses Mal selbst ermitteln muss, um die Unschuld ihrer Familie zu beweisen...

Eigene Meinung

"Verschwörung im Zeughaus" von Petra Schier ist der fünfte Teil ihrer Adelina-Reihe. Auch dieser Band zog mich schnell in seinen Bann und ließ sich ohne Komplikationen lesen, obwohl ich bisher nur den zweiten Band dieser Reihe gelesen hatte.

Der Schreibstil ist gewohnt locker und leicht. Vor allem für einen historischen Roman ist die Ausdrucksweise sehr "frisch", gleichzeitig aber immer noch zeitgemäß. Erzählt wird die Geschichte im personalen Erzählstil aus Sicht von Adelina, Mira und Tillmann.

Die Charaktere sind einfach liebenswürdig. Die Familie Burka ist ein kunterbunter Haufen, der dem Leser immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Ausdrucksstarke Persönlichkeiten und emanzipierte Frauen, die ihrer Zeit voraus zu sein scheinen, machen das Lesen zum Vergnügen.

Die Geschichte bietet Spannung, Liebe und ein tolles historisches Setting. Dass es dieses Mal mehrere Perspektiven gibt, hatte für mich einen ganz neuen Reiz und die dezente Lovestory war mehr als unterhaltsam. Auch dieses Mal hatte ich recht schnell einen Verdacht und lag damit noch nicht mal so falsch, doch es gibt so viele Verwicklungen, falsche Fährten und Komplikationen, das es nie langweilig wurde.

Es ist immer wieder beeindruckend wie authentisch und bildhaft das Setting geschildert wird. Man hat das Gefühl, selbst durch die Straßen des mittelalterlichen Kölns zu schlendern und auch die Figuren brennen sich förmlich ins Gedächtnis ein.

Fazit

Petra Schiers "Verschwörung im Zeughaus" ist Unterhaltung pur. Man kriegt alles geboten, was man sich von einem historischen Krimi erhofft - und mehr. Liebe, Spannung und eine Prise Humor machen diesen Roman wieder einmal zum reinsten Lesevergnügen. Die Charaktere wachsen dem Leser sofort ans Herz, unzählige falsche Fährten lassen die Spannung kontinuierlich ansteigen und eine dezente Lovestory bietet neben erwartungsvollem Bangen auch eine Menge Lacher. Schier schildert die historischen Begebenheiten authentisch genug, um glaubhaft zu wirken, lässt sie dabei aber ein klein wenig heller strahlen als viele andere Romane dieses Genres. Für mich ist die Adelina-Reihe eine klare Empfehlung und so kann ich auch dieses Mal nur die Höchstpunktzahl geben - 5/5 Bücher!


Die Autorin

Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit ihrem Mann und einem Deutschen Schäferhund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur an der Fernuniversität Hagen, und seit 2003 arbeitet sie als freie Lektorin und Autorin.
Ihre historischen Romane erscheinen im Rowohlt Taschenbuch Verlag, ihre Weihnachtsromane bei Rütten & Loening.
Unter dem Pseudonym Mila Roth veröffentlicht die Autorin verlagsunabhängig die Action-Romance E-Book-Serie um den Geheimagenten Markus Neumann und die Zivilistin Janna Berg.

Die Reihe

Adelina Reihe
  1. Tod im Beginenhaus
  2. Verrat im Zunfthaus
  3. Frevel im Beinhaus
  4. Verschwörung im Zeughaus

Mein Dank geht an...

... den Rowohlt Verlag und an Petra Schier für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares, sowie dafür, dass ich an der Leserunde teilnehmen durfte.

Donnerstag, 25. April 2013

[Rezension] Mord im Dirnenhaus (Adelina #2) von Petra Schier

© rororo
Die Autorin: Petra Schier
Die Reihe: Adelina Reihe
Originaltitel: Mord im Dirnenhaus
Dt. Erstausgabe: 02/2007
Verlag: rororo
Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 352
ISBN-10: 3499243296
ISBN-13: 978-3-499-24329-5
Preis: 8,99 €


Kaufen könnt Ihr das Buch gleich hier.

Die Leseprobe findet Ihr hier.


Sündige Jungfern, tote Freier und eine scharfsinnige Apothekerin 1396: Köln steht Kopf - ein ehrenwerter Kölner Bürger nach dem anderen wird tot im Dirnenhaus aufgefunden. Der mit dem Fall betraute Ratsherr erinnert sich daran, dass Adelina schon einmal einen Mordfall aufgeklärt hat und bitte sie um Hilfe. Die junge Frau hat gerade die Apotheke ihres Vaters übernommen und eigentlich anderes zu tun, als auf Mörderjagd zu gehen. Sie lässt sich jedoch erweichen - und wird plötzlich selbst zur Hauptverdächtigen ...

Inhalt

Im Dirnenhaus „Zur schönen Dame“ wird eine Leiche gefunden. Die Todesursache ist klar, aber der Tathergang bereitet den Ratsherren Kopfzerbrechen. Um Rat suchend, wendet Herr Reese sich an Adelina, die zwar durchaus gewillt ist, zu helfen, jedoch auf keinen Fall in die Untersuchung mit reingezogen werden will. Dafür hat sie genug Probleme in ihrem eigenen Haushalt. Als jedoch eine zweite Leiche auftaucht, wird Adelina selbst des Mordes bezichtigt und so muss sie auch dieses Mal beweisen, wer der wahre Täter ist…

Eigene Meinung


Mord im Dirnenhaus“ von Petra Schier war mein erster historischer Roman in diesem Jahr und hat mich wieder daran erinnert, warum ich dieses Genre so mag.

Im personalen Erzählstil in der dritten Person wird dem Leser das Treiben im Köln des 14. Jahrhunderts präsentiert. Auch in diesem Buch trifft Schier die Mitte zwischen Authenzität und angenehmen Sprachgebrauch. Viele historische Romane tendieren dazu, trocken und langatmig zu werden, aber hier fliegen die Seiten nur so dahin.

Die Charaktere sind individuell und vielseitig. Von ihren Ansichten und Gedanken sind sie der Zeit angemessen und doch scheint gerade die Protagonistin ihrer Zeit voraus zu sein.

Die Geschichte ist einfach gelungen. Zu Anfang hatte ich so meine Zweifel, ob ich gut in die Geschichte kommen würde, immerhin hatte ich den ersten Band der Reihe „Tod im Beginenhaus“ noch nicht gelesen. Schnell war aber klar, dass das keinerlei Probleme darstellt, vielmehr wurde man durch die wenigen Anspielungen auf den Vorgängerband nur neugieriger.

Adelina ist eine starke Persönlichkeit, die es vor allem den weiblichen Lesern leicht macht, sich in sie hinein zu versetzen. Für die Verhältnisse ihrer Zeit ist sie richtiggehend emanzipiert und ist in einer soliden Beziehung, die auf Liebe beruht. Eine Wohltat für meine Seele! Die Reife und Akzeptanz, die Adelina und ihr Mann Neklas, immer wieder beweisen, sind bewundernswert und steigern mein persönliches Lesevergnügen umso mehr.

Die kriminalistischen Stellen machen zwar einen Großteil des Reizes aus, stehen aber weit weniger im Vordergrund als der Leser vermutet. Rückblickend muss ich zugeben, dass ein aufmerksamer Leser den Täter vorzeitig identifizieren kann, allerdings wird das Lesevergnügen nicht mal dadurch geschmälert, weil sich die Geschichte dieses historischen Krimis auch ohne den Krimianteil tragen würde.

Das Cover find ich persönlich zwar nicht ansprechend, aber es passt zum Buch und spiegelt einige Aspekte des Romanes wieder.

Fazit


Petra Schiers "Mord im Dirnenhaus" konnte mich begeistern, obwohl ich nicht einmal den Vorgängerband kannte. Eine starke Protagonistin und vielseitige Nebencharaktere tragen die Geschichte und es wird vor allem den weiblichen Lesern leicht fallen, sich in Adelina hinein zu versetzen. Die Aufklärung des Mordes ist spannend und auch an anderen Stellen wird man überrascht. Frau Schier schafft es, auch diesen historischen Roman authentisch darzustellen, ohne dabei zu überspitzt oder gar trocken zu wirken. 5/5 Bücher!

Die Autorin


Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit ihrem Mann und einem Deutschen Schäferhund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur an der Fernuniversität Hagen, und seit 2003 arbeitet sie als freie Lektorin und Autorin.
Ihre historischen Romane erscheinen im Rowohlt Taschenbuch Verlag, ihre Weihnachtsromane bei Rütten & Loening.
Unter dem Pseudonym Mila Roth veröffentlicht die Autorin verlagsunabhängig die Action-Romance E-Book-Serie um den Geheimagenten Markus Neumann und die Zivilistin Janna Berg.

Die Reihe

Adelina Reihe
  1. Tod im Beginenhaus
  2. Mord im Dirnenhaus
  3. Verrat im Zunfthaus
  4. Frevel im Beinhaus
  5. Verschwörung im Zeughaus (erscheint im Juli 2013)

Mein Dank geht an...

... den Rowohlt Verlag und an Petra Schier für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares, sowie dafür, dass ich an der Leserunde teilnehmen durfte.

Sonntag, 26. August 2012

[Rezension] Das Haus in der Löwengasse von Petra Schier

© Rowohlt Verlag
Autorin: Petra Schier
Dt. Titel: Das Haus in der Löwengasse
Dt. Erstausgabe: 09/2012
Verlag: rororo
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 350
ISBN-10: 349925901X
ISBN-13: 978-3-499-25901-2
Preis: 8,99 €






Nur das Schicksal kennt ihren Weg. Pauline Schmitz ist Waise. Nach dem Tod ihres Onkels auf sich gestellt, findet die junge Frau eine Anstellung als Gouvernante in Bonn. Der Hausherr hat Hintergedanken: Als sich Pauline gegen seine Nachstellungen zur Wehr setzt, steht sie plötzlich auf der Straße – mit nicht mehr, als in einen Koffer passt. Mittellos und ohne Beziehungen droht Pauline das Schlimmste. Dann kommt ihr das Glück zu Hilfe: Der Kölner Textilfabrikant Reuther nimmt sie in seine Dienste. Und er verliebt sich in sie. Doch Julius Reuther braucht eine Frau mit Geld, will er sein Unternehmen retten. Und Pauline muss sich entscheiden: Folgt sie ihrem Herzen und lebt ein Leben als Mätresse im Verborgenen? Oder geht sie ihren eigenen Weg?

Inhalt

Pauline Schmitz hat es nicht leicht. Nach dem Tod ihrer Eltern wurde sie von ihrem Onkel großgezogen, der jedoch starb bevor er sie verheiraten konnte. Um über die Runden zu kommen, nimmt sie eine Anstellung als Gouvernante an doch der Hausherr will weit mehr von ihr, als dass sie nur seine Kinder erzieht. Als die Hausherrin Wind davon bekommt, führt es zu einem Skandal und sie muss die Stadt verlassen. 
In Köln scheint ihr das Glück wieder hold zu sein, denn sie wird als Magd eingestellt. Allerdings ist das Leben als Magd sehr hart und für ein Mädchen aus ehemals gutem Hause ist das ein ganz schöner Abstieg. Wie es der Zufall so will, erwischt Julius Reuther sie dabei, wie sie bei einem gesellschaftlichem Anlass seinen Sohn eine Standpauke hält. Begeistert von ihrem Umgang mit Kindern stellt er sie als Gouvernante ein. Alles scheint perfekt bis sich Pauline in Julius verliebt..

Charaktere

Pauline Schmitz ist gerade Mitte zwanzig und hat mehr Erfahrung als so manche ältere Menschen. Nach dem Tod ihrer Eltern, lebte sie bei ihrem Onkel, der ihr Bildung gewährte, die sonst nur Männern zusteht. Ebenso wurde an ihren Manieren gefeilt und sie ist mehr als tugendhaft. Doch als auch ihren Onkel der Tod ereilte, musste sie sich einen Job als Gouvernante nehmen. Ihre guten Manieren kamen ihr sehr zupass doch die zu Anfang noch harmlosen Avancen ihres Arbeitgebers gipfelten in einen Skandal, der sie traumatisiert hat. Am Boden angekommen muss sie sich vor allem selbst davon überzeugen, dass sie stark genug ist, um weiterzuleben. Die folgende Anstellung als Magd hat ihr einen ganze neuen Blickwinkel verschafft, weil sie die harte Arbeit, die das Dienstpersonal verrichten muss, am eigenen Leib zu spüren bekommt. Die Arbeit wirkt desillusionierend und sie wird sich darüber im Klaren, wie wenig Frauen in ihrer Gesellschaft auf die Welt vorbereitet werden. Leider stellt sie ein Talent zur Schau, das sie immer wieder in scheinbar ausweglose Situationen bringt. Im Hause Reuther entdeckt sie ihr Selbstbewusstsein wieder und entwickelt sich von einem naiven Mädchen zu einer starken Frau, die keine Probleme hat, einem wütenden Mann Paroli zu bieten.

Julius Reuther hat eine ebenso bewegte Vergangenheit wie Pauline. In der Gesellschaft wird er als Emporkömmling bezeichnet, da sich seine Familie die Firma und den damit einhergehenden Status hart erarbeitet hat, anstatt von Geburt an zur Oberschicht zu gehören. Seine erste Ehe, aus der zwei Kinder hervorgingen, war arrangiert und kam beiden Familien zupass. Die Familie Reuther verfügte nun über ein ausreichendes Budget, um zu expandieren und die Familie seiner Frau konnte ihre Tochter verheiraten, die unter manischen Depressionen litt. Leider wusste Julius nichts davon und ist an seiner Ehe beinahe kaputt gegangen. Als seine Ex Selbstmord beging war das beinahe das gesellschaftliche Aus, aber Reuther ließ sich seinen inneren Aufruhr nicht anmerken und trug das augenscheinlich mit Fassung. Leider besteht seine Art der Verarbeitung darin, dass er sich in sich zurückzieht und eine Mauer aufgebaut hat, die jeden, einschließlich seiner Kinder auf Distanz hält.

Eigene Meinung

"Das Haus in der Löwengasse" von Petra Schier ist ein historischer Roman, der ganz nach meinem Geschmack ist. Er skizziert drei wichtige Lebensabschnitte der Protagonistin, wobei einer mittels Erinnerungen und Träumen dargestellt wird. Die Geschichte wird von einem allwissenden Erzähler berichtet, wobei er zwischen Julius und Paulines Sicht hin- und her wechselt. Die Handlung ist klar strukturiert, der Schreibstil flüssig und bildlich. Gefühle werden ebenso gut beschrieben wie das Aussehen der Charaktere und Orte, an denen das Geschehen stattfindet. Die Sprache ist sehr authentisch. So werden sowohl der Kölscher Dialekt, als auch eine zeitgemäße Wortwahl verwendet.

Generell liest sich der Roman gut. Er hat zwar nicht diesen typischen Pageturner-Effekt, sodass die Seiten "dahin fliegen", aber das ist gar nicht schlimm, denn man sollte sich die Zeit nehmen, um vielleicht auch noch das ein- oder andere zu lernen.

Zu Anfang hatte ich Schwierigkeiten, mich in die Figur von Pauline hinein zu versetzen. Sie war sowohl physisch als auch psychisch klein und schwach. Ziemlich zimperlich und total naiv. Doch sobald sie die Stelle als Gouvernante im Haus von Julius Reuther angenommen hat, wächst sie über sich hinaus. Parallel zur Entwicklung der Protagonisten, nimmt auch die Handlung an Fahrt auf.

Neben der Liebesgeschichte herrscht auch die Frage, wer Schuld am Niedergang der Firma Reuther ist. Man wird immer wieder auf eine falsche Fährte gelockt und bangt nebenher um das Liebensleben von Julius und Pauline.

Besonders gut gefallen hat mir dabei, dass sich der Mann zuerst verliebt hat und letztlich die Initiative ergriffen hat. Dass er die Leidenschaft aufbrachte, um alles für sie zu opfern und um sie zu kämpfen, wohingegen sie die Rationale war.

Die Gestaltung des Buches ist angepasst an den Inhalt. Auf dem Coversieht man einen Ausschnitt vom Haus in der Löwengasse, somit also passend zum Titel und der Geschichte. Die Farben sind klassisch für einen historischen Roman in erdigen Tönen gehalten.

Fazit

Das Haus in der Löwengasse von Petra Schier ein klassischer historischer Roman, der eine Liebesgeschichte mit minimalen kriminalistischen Zügen vereint. Ganz klare Leseempfehlung!

Die Autorin

Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit ihrem Mann und einem Deutschen Schäferhund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur an der Fernuniversität Hagen, und seit 2003 arbeitet sie als freie Lektorin und Autorin.
Ihre historischen Romane erscheinen im Rowohlt Taschenbuch Verlag, ihre Weihnachtsromane bei Rütten & Loening.
Unter dem Pseudonym Mila Roth veröffentlicht die Autorin verlagsunabhängig die Action-Romance E-Book-Serie um den Geheimagenten Markus Neumann und die Zivilistin Janna Berg.

Weitere Bücher

Adelina Reihe
  1. Tod im Beginenhaus
  2. Mord im Dirnenhaus
  3. Verrat im Zunfthaus
  4. Frevel im Beinhaus
  5. Verschwörung im Zeughaus


Aachen Trilogie
  1. Die Stadt der Heiligen
  2. Der gläserne Schrein
  3. Das silberne Zeichen
Kreuz Trilogie
  1. Die Eifelgräfin
  2. Die Gewürzhändlerin
  3. Die Bastardtochter (erscheint im September 2015)
Spionin wider Willen
  1. Spionin wider Willen
  2. Von Flöhen und Mäusen
  3. Freifahrtschein
  4. Operation Maulwurf
  5. Katzenfische
Weihnachtsromane
  • Ein Weihnachtshund auf Probe
  • Ein Weihnachtsengel auf vier Pfoten
  • Suche Weihnachtsmann - biete Hund
  • Vier Pfoten unterm Weihnachtsbaum
  • Vier Pfoten und das Weihnachtsglück
  • Der himmlische Weihnachtshund
  • Ein Weihnachtshund für alle Fälle
Weitere historische Romane
  • Das Haus in der Löwengasse
  • Der Hexenschöffe (erscheint im Oktober 2014)

Mein Dank geht an...

...Petra Schier für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!
 
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