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Donnerstag, 28. November 2013

[Rezension] Herzblut 02 - Stärker als der Tod von Melissa Darnell

© Darkiss Verlag
Autorin: Melissa Darnell
Originaltitel: Covet (The Clann #2)
Dt. Reihentitel: Herzblut
Dt. Titel: Stärker als der Tod
Dt. Erstausgabe: 09/2013
Verlag: Darkiss
Format: Klappbroschur
Seitenzahl: 444
ISBN-10: 3862787567
ISBN-13: 978-3862787562
Preis: 12,99 €



Die Leseprobe findet Ihr hier.

Savannah weiß, dass sie Tristan nicht lieben darf. Sie hat es dem Hohen Rat der Vampire geschworen. Es ist zu riskant. Was, wenn ihr Blutshunger erwacht? Wenn durch sie der Waffenstillstand zwischen den Vampiren und Tristans Familie, dem magischen Clann, zerstört wird? Sie sollte Tristan aus dem Weg gehen. Aber das ist unmöglich, denn jeden Tag sehen sie sich in der Jacksonville High, und wenn sich ihre Blicke kreuzen, will Savannah nur ihn Noch während sie versucht, sich an ihren Schwur zu halten, stacheln dunkle Mächte einen Krieg zwischen ihren Welten an. Die Gefahr bringt Savannah und Tristan wieder zusammen aber die Folgen sind unwiederbringlich!  

Inhalt

Savannah hat es dem Vampirrat versprochen: sie wird sich von Tristan trennen und jeglichen Kontakt zu ihm abbrechen. Kurz bevor sie ihm von diesem Versprechen erzählen kann, erfährt sie, dass der Clann ihre Großmutter entführt hat. Um sie zu retten, muss sie Tristan endgültig das Herz brechen, indem sie vor dem Clann nicht nur ihr Versprechen wiederholt, sondern auch noch behauptet, ihre Liebe wäre nie echt gewesen. Dennoch sind ihre Mühen umsonst: ihre Nanna hat den Stress nicht verkraftet und stirbt in ihren Armen - und mit ihr die letzten Schutzzauber, die Savannahs Blutdurst eingedämmt haben...

Eigene Meinung

"Herzblut - Stärker als der Tod" von Melissa Darnell ist eine solide Fortsetzung, die nicht direkt besser, aber doch fesselnder als Band 1 ist.

Darnells Schreibstil lädt in gewohnter Manier zum Lesen ein und überzeugt vor allem im Vergleich zu anderen Jugendbuchreihen, weil hier keine erzwungene Jugendsprache verwendet wird. Trotzdem ist der Sprachgebrauch zeitgemäß und  nur an genau den richtigen Stellen "umgangssprachlich". Die Beschreibungen regen die Fantasie, insbesondere das Kopfkino an. Weiterhin wird die Geschichte abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Savannah und Tristan erzählt.
Die Charaktere machen dieses Mal einen sehr interessanten Aspekt aus. Während die Protagonisten lange Zeit stagnieren, teilweise sogar richtig untergehen, blühen die Nebenfiguren auf. Endlich lernt man Savannahs Vater und allgemein die Vampire besser kennen und auch ihre Freundinnen, allen voran Anne kamen auf ihre Kosten. Ron, Annes Exfreund, ist dabei ein angenehmer Bonus! Sogar Tristans Familie kommt auf ihre Kosten, besonders Emily, die mir schon im ersten Band sehr sympathisch war. Leider kriegt man von Tristan selbst nicht viel mit. Die Abschnitte, die aus seiner Sicht erzählt wurden, nahmen immer mehr ab und boten nicht viel mehr als kitschige Gedanken, die im völligen Kontrast zu seinen Handlungen standen. Savannah zeigt sich blind gegenüber dem Offensichtlichen und weiß aus Prinzip alles besser, dafür macht ihre rasante Entwicklung zum Ende hin vieles wieder wett.
Die Geschichte konnte mich wieder gut unterhalten, obwohl Darnell stellenweise eindeutig ihren roten Faden verloren hat. Weswegen ich mir auch vorstellen kann, dass es anderen Lesern zu langatmig sein könnte. Es gab einfach viel zu viele Stellen, die nicht wirklich relevant oder einfach zu vorhersehbar waren. Wie gesagt, konnte ich all den Mängeln zum Trotz diesen Roman nicht aus der Hand legen. Die Geschichte verliert nichts von seiner süßen, unschuldigen Art und ist, meiner Meinung nach, vielleicht gerade durch diese "unnützen" Szenen so lebendig.
Die Lovestory hat doch arg zu leiden, verliert dabei aber nicht den Romeo und Julia Charme. Auch wenn Tristan teilweise zu kitschig und Savannah hingegen zu gewollt rational auftrat, war es irgendwie sympathisch, die Rollen so vertauscht zu haben. Gleichzeitig nervig und witzig waren die Missverständnisse, die durch ihre erzwungene Distanz und die brodelnde Gerüchteküche unweigerlich aufkamen. Natürlich bleibt auch nicht die Liebe von der Entwicklung der Charaktere verschont und kann daher kurz vor dem Finale noch richtig punkten. Wer die Protagonisten mag, hat schon gewonnen, denn eigentlich sind sie schon echt süß - so richtig herzerwärmend!
Das Cover gefällt mir viel, viel besser als beim Vorgängerband, aber auch hier bin ich nicht hundertprozentig überzeugt. Es muss einfach an dem Mädchen liegen, das für mich so gar nicht mit dem Bild von Savannah konform geht. Der Titel passt, weckt allerdings zu hohe Erwartungen.

Fazit

Melissa Darnells "Herzblut - Stärker als der Tod" ist eine gute Fortsetzung, an der Fans ihre Freude haben werden. Allerdings muss ich schon zugeben, dass Zweifler auch in diesem Band einige Mangelpunkte finden werden - seien es nun die Vorhersehbarkeit oder die vielen irrelevanten Szenen. Ich für meinen Teil finde den Schreibstil ideal für ein Jugendbuch, habe die Charaktere ins Herz geschlossen und kann mich des Charmes dieses magischen Romeos und seiner Julia mit Biss nicht entziehen. Der Showdown lässt Großes erwarten und ich hoffe, dass meine Erwartungen nicht enttäuscht werden. 4/5 Bücher!

Die Autorin


Melissa Darnell war von klein auf buchversessen. Sie hat über 70 Titel verfasst, lektoriert oder gestaltet. Frühe Texte haben ihr so unterschiedliche Preise eingebracht wie eine Harry-Potter-Gesamtausgabe und ein Pony inklusive Futter. Mit ihrem Mann und zwei Kindern lebt Darnell heute in South Dakota, schaut am liebsten "True Blood" und probiert gern neue Haarfarben aus.

Die Reihe

Herzblut Trilogie

  1. Gegen alle Regeln / Crave (The Clann #1)
  2. Stärker als der Tod / Covet (The Clann #2)
  3. Wenn die Nacht stirbt / Consume (The Clann #3) (erscheint im Juni 2014)

Weitere Cover

Mein Dank geht an...

...den Mira Taschenbuch Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Montag, 25. November 2013

[Rezension] Herzblut 01 - Gegen alle Regeln von Melissa Darnell

© Darkiss Verlag
Autorin: Melissa Darnell
Originaltitel: Crave (The Clann #1)
Dt. Reihentitel: Herzblut
Dt. Titel: Gegen alle Regeln
Dt. Erstausgabe: 03/2013
Verlag: Darkiss
Format: Klappbroschur
Seitenzahl: 396
ISBN-10: 3862785130
ISBN-13: 978-3862785131
Preis: 12,99 €



Die Leseprobe findet Ihr hier.

Wenn zwei Herzen in deiner Brust schlagen und du für deinen Freund zur größten Gefahr werden kannst was würdest du tun?

Als Kinder waren sie wie Seelenverwandte. Doch auf der Jacksonville High leben sie wie in zwei Welten. Denn Tristan gehört zur elitären Clann-Clique. Und es vergeht kein Schultag, an dem Savannah den Hass der anderen Clanns nicht zu spüren bekommt Dennoch fühlt sie sich immer noch die besondere Verbindung zu Tristan.
Als plötzlich dunkle Kräfte in Savannah erwachen, offenbart ihr Vater ihr ein erschütterndes Blutsgeheimnis. Jetzt weiß sie, warum die Clanns sie ablehnen und warum sie Tristan nicht lieben darf: Sie alle haben eine magische Gabe, aber Savannah ist anders und kann für Tristan zur tödlichen Gefahr werden! Und trotzdem siegt Savannahs Sehnsucht, als Tristan sich heimlich mit ihr treffen will...

Inhalt

Früher waren die Clann-Kinder Savannahs beste Freunde - heute wird sie von ihnen nur noch gemobbt. Nach all den Jahren würde es sie ja fast schon kalt lassen, wäre da nicht Tristan, in den sie schon von Klein auf verliebt ist. Was sie nicht weiß, ist dass Tristan ebenso starke Gefühle für sie hat, ihm der Umgang mit ihr allerdings strengstens verboten wurde. Erst nach einer schweren Erkältung wird Savannah klar, was der Grund für all das ist: sie ist halb Hexe, halb Vampir und steht somit genau zwischen den verfeindeten Gruppen. Sie ist einzigartig und ihre langsam erwachenden Kräfte unvorhersehbar - und sollte eine Seite das Gefühl haben, dass sie sich für eine Gruppe entscheidet, kann das einen erneuten Krieg auslösen. Das schlimmste daran ist aber, dass ihre vampirische Seite Tristan das Leben kosten könnte...

Charaktere

Savannah ist eine gute Seele, die keiner Fliege was zuleide tun würde. Auch wenn es sie innerlich kaputt macht, dass der Junge, den sie liebt, und die Mädchen, die einst ihre Freundinnen waren, sie fertig machen, lässt sie sich davon nichts anmerken und versucht, die Situation so zu akzeptieren. Ihre Freundinnen sind ihr dabei eine große Stütze, allen voran Anne, die das genaue Gegenteil von Savannah ist und gerne auch mal ihre Schlachten für sie schlägt. Ihre Familie zwingt ihr strenge Regeln auf, die sie erst so richtig versteht, nachdem man ihr offenbart hat, dass sie kein Mensch ist. Gleichzeitig fällt es ihr nun auch umso schwerer, diese zu erfüllen. Weil ihre Eltern einen Fehler gemacht haben, wird sie von allen gemieden und soll ihre Gaben ungenutzt verkümmern lassen. Mal ganz abgesehen davon, dass sie für ihre große Liebe eine Gefahr darstellen soll. Unwillkürlich muss sie sich fragen, ob das wirklich fair ist und ob es nicht langsam Zeit wird, mal ein paar Regeln zu brechen...

Tristan ist auf den ersten Blick der Inbegriff des Highschool-Starlets. Er sieht gut aus, kommt aus DER Familie, spielt Football und ist der absolute Mädchenschwarm. Niemand würde daran zweifeln, dass er eines Tages in die Fußstapfen seines Vaters tritt...doch falsch gedacht! Tristan will im Grunde nichts mit der Hexerei des Clanns zu tun haben. Für ihn ist seine starke Macht nur eine Bürde, muss er sich doch ständig darauf konzentrieren, nichts in die Luft zu jagen und darf vor allem nicht die Football Karriere ausleben, die er anstrebt. Dass er den Kontakt zu Savannah abbrechen musste, hat er nie verstanden und seinen Wunsch, dem Clann auszutreten, im Grunde nur bestärkt. Doch erst nachdem er sich seiner Gabe angenommen zu Savannah wieder Kontakt aufgenommen hat, findet er den Mut, um seiner Familie die Stirn zu bieten...

Eigene Meinung

"Herzblut - Gegen alle Regeln" von Melissa Darnell ist ein schöner Reihenauftakt, der definitiv noch ausbaufähig ist.

Der Schreibstil ist typisch Jugendbuch - schnell und flüssig gelesen, bildhaft und die Fantasie anregend. Die Geschichte wird abwechselnd aus  der Sicht von Savannah und Tristan aus der Ich-Perspektive erzählt.

Die Charaktere sind wirklich sehr sympathisch und es fiel mir leicht, mich in die beiden Protagonisten hinein zu versetzen. Savannah ist so stark, obwohl sie mit einer schlechten Nachricht nach der anderen konfrontiert wird, dabei noch selbstlos und sich selbst nicht bewusst, wie hübsch sie ist. Zusammengefasst ist sie einfach perfekt - zu perfekt! Rein vom Unterhaltungswert ist sie eine gute Figur, aber kritisch betrachtet, hätten ihr ein paar kleine Macken schon gut getan. Wobei man sagen muss, dass ihre spätere Heimlichtuerei nicht gerade für sie spricht und das ja im Grunde ein Fehler in ihrer ansonsten perfekten Persönlichkeit ist. Dennoch hätte sie mal lieber weniger verständnisvoll und dafür offener sein sollen. Auch Tristan fällt unter die Kategorie "zu perfekt", aber er war dabei wesentlich emotionaler und authentischer. Er ist zwar zu gut, um wahr zu sein, aber dabei noch irgendwie typisch Mann. Außerdem hat er Savannah jahrelang gekonnt ignoriert und auch leicht gemobbt, wodurch er sich meine Sympathie erst erkämpfen musste. Er ist zumindest auch nicht immer perfekt.

Die Liebesgeschichte ist klassisch Romeo und Julia im Fantasybereich, wobei es die Tendenz zu einem Highschool-Teeniedrama hat. Mir hat aber sehr gut gefallen, dass sich die Beziehung langsam entwickelt und auch, dass Savannah zwischenzeitlich sogar jemand anderen datet. Das Beste daran war aber, dass es so optimistisch altersgemäß war und Sex keine Rolle spielte.

Die Geschichte selbst macht Spaß und ist einfach und schnell gelesen. Zugegeben, sie dümpelt lange Zeit vor sich hin und es passiert nicht wirklich viel, aber irgendwie hat mich das durch diese süße, jugendliche Art gar nicht gestört. Zum Ende hin wird es auch etwas spannend, aber selbst da wird dem Leser nicht unbedingt der Atem geraubt. Mir persönlich hat die Geschichte aber einfach Spaß gemacht und ich lese auch gerne mal etwas Ruhigeres. Dennoch hoffe ich, dass man in den Folgebänden mehr über den Konflikt zwischen Hexen und Vampiren erfährt und dass der Fantasyteil im Allgemeinen mehr zur Geltung kommt.

Die Gestaltung gefällt mir oberflächlich sehr gut, aber wenn ich mir das Cover genauer ansehe, stört mich etwas. Ich kann nur nicht definieren, was genau. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich noch nicht ganz verstehe, was das Motiv mit dem Inhalt zu tun hat. Die einzig mögliche Interpretation wäre, dass Savannah ganz alleine dasteht. Der Titel passt dafür sehr gut, obwohl es das englische "Crave" noch besser trifft.

Fazit

Melissa Darnells "Herzblut - Gegen alle Regeln" ist ein unterhaltsamer, aber ausbaufähiger Reihenauftakt. Sympathische, aber stereotype Charaktere und eine unterhaltsame, aber nicht unbedingt spannende Geschichte erwarten den Leser und konnten mich letztlich doch ganz gut unterhalten. Das liegt vielleicht auch an dem flüssigen Schreibstil, der keine Länge aufkommen lässt. Am Besten gefällt mir aber, dass die Liebesgeschichte der Altersempfehlung entspricht und Sex kein großes Thema ist. Alles in allem vergebe ich gerne noc 4/5 Bücher!

Die Autorin


Melissa Darnell war von klein auf buchversessen. Sie hat über 70 Titel verfasst, lektoriert oder gestaltet. Frühe Texte haben ihr so unterschiedliche Preise eingebracht wie eine Harry-Potter-Gesamtausgabe und ein Pony inklusive Futter. Mit ihrem Mann und zwei Kindern lebt Darnell heute in South Dakota, schaut am liebsten "True Blood" und probiert gern neue Haarfarben aus.

Die Reihe

Herzblut Trilogie

  1. Gegen alle Regeln / Crave (The Clann #1)
  2. Stärker als der Tod / Covet (The Clann #2)
  3. Wenn die Nacht stirbt / Consume (The Clann #3) (erscheint im Juni 2014)

Weitere Cover

Mittwoch, 22. Mai 2013

[Rezension] Wo die Nacht beginnt von Deborah Harkness

© Blanvalet Verlag
Die Autorin: Deborah Harkness
Originaltitel: Shadow of Night
Titel: Wo die Nacht beginnt
Dt. Erstausgabe: 03/2013
Verlag: Blanvalet
Format: Hardcover
Seitenzahl: 800
ISBN-10: 3764504676
ISBN-13: 978-3-764-50467-0
Preis: 19,99 € 



Kaufen könnt Ihr das Buch gleich hier.

Jegliche Informationen vom Verlag gibt es hier.

Ihre Liebe ist stärker als jede Regel, stärker als die Zeit und das Leben selbst. Doch als Diana und Matthew im elisabethanischen London angekommen sind, werden sie auf eine harte Probe gestellt. In einer Welt der Spione und der Täuschung muss Diana einen Tutor finden, der sie in der fortgeschrittenen Hexenkunst unterweist, während Matthew unfreiwillig mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird. Und welche Rolle spielt der enge Kreis von Matthews Freunden, die einst die geheimnisvolle »Schule der Nacht« gründeten und ihre gemeinsame Zukunft bedrohen?

Inhalt

Nachdem Matthew und Diana in die Vergangenheit geflohen sind, sehen sie sich mehr Problemen gegenüber gestellt als erwartet. Das fängt schon damit an, dass der historische Matthew einfach ganz verschwindet, wodurch unweigerlich der Verlauf der Zeit verändert wird. Doch nicht nur Matthew hat zu kämpfen, denn Dianas gerade entdeckten Kräfte verändern sich und sie fürchtet sich vor dem, was aus ihr wird…

Eigene Meinung

„Wo die Nacht beginnt“ von Deborah Harkness ist eine würdige Fortsetzung, die alle meine Erwartungen übertroffen hat.

Nahtlos knüpft die Geschichte am Vorgängerband an und auch ich hatte keinerlei Einstiegsschwierigkeiten. Der Schreibstil zog mich gleich wieder in seinen Bann und Harkness' bildgewaltige Sprache beeindruckte mich schon auf den ersten Seiten. Die Mischung aus personalem Erzählstil und der Ich-Perspektive ist nur eine der vielen Besonderheiten, die dieses Werk ausmachen. Besonders gefallen hat mir die kurze Zusammenfassung des ersten Bandes, die man am Anfang des Buches findet.

Die Charaktere überzeugen mal wieder auf ganzer Linie. Während sich Claire und Matthew notgedrungen weiterentwickeln und natürlich weiterhin als Protagonisten fungieren, treten die altbekannten und liebgewonnenen Nebenfiguren in den Hintergrund. Ihnen sind nur wenige Schlüsselszenen gegönnt, die die Verbindung zur „heutigen“ Zeit stellen. Dafür lernt man viele neue Gestalten kennen, darunter auch historische Figuren, die man in diesem Licht bestimmt noch nicht betrachtet hat. Mit einer unglaublichen Leichtigkeit haucht Harkness diesen neuen Figuren Leben ein und man kriegt das Gefühl, diese Personen persönlich zu kennen.

Bevor ich mich dieses Wälzers annahm, musste ich mich erstmal überwinden. Das hatte rein gar nichts damit zu tun, dass ich es nicht lesen wollte, genau genommen wollte ich nach der Lektüre des ersten Bandes nichts anderes tun, aber es wurden doch schon viele Stimmchen laut, die behaupteten, dass die 800 Seiten im zweiten Band viel zu viel waren – und da hatte ich Angst. Angst davor, wieder einmal von einer Fortsetzung enttäuscht zu werden.

Tja, selten war meine Angst so unbegründet. Schon nach wenigen Seiten hat mich die Atmosphäre gepackt, die Harkness erzeugt und ich konnte dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe 3 Tage lang jede freie Minute mit lesen verbracht, während der Arbeit darüber nachgedacht wie es weitergeht und des Nachts von Dianas Kampf mit der Magie geträumt. Ich habe mit ihr gelitten, geliebt, gelacht und geweint und für mich waren diese 800 Seiten noch viel zu wenig!

Hatte man es im ersten Band noch mit einer fantastischen Liebesgeschichte zu tun, wird man nun mit einer klassischen Zeitreisethematik und den daraus folgenden historischen Elementen konfrontiert. Die Vielfältigkeit dieser Trilogie ist einzigartig und spricht so natürlich auch ein breites Publikum an.

Die Geschichte ist in 6 Teile gegliedert, dabei spielen 95% in der Vergangenheit. Doch die wenigen Szenen in der Gegenwart sind die Bindeglieder zum ersten Band, die Brücke zwischen den Zeiten und diese sorgten ein ums andere Mal für Gänsehaut bei mir. Zu sehen, welche Auswirkungen Dianas und Matthews Verhalten in der Vergangenheit auf die Zukunft hatte, ist einfach faszinierend.

Große Emotionen verbergen sich mal mehr, mal weniger offensichtlich zwischen den Zeilen und wer sich drauf einlässt, kriegt viel geboten!

Fazit


Deborah Harkness’ „Wo die Nacht beginnt“ ist eine meisterhafte Fortsetzung, die für mich auch gut und gerne noch mal 800 Seiten hätte haben können. Altbekannte Charaktere muss man zwar dieses Mal missen, dafür kriegt man eine unglaubliche Anzahl an neuen und überhaus lebhaften Figuren geboten. Die Atmosphäre dieses Werkes ist einzigartig und schlägt den Leser in seinen Bann - da ist eine Warnung vor Suchtgefahr geboten! Die Liebesgeschichte ist berührend und realistisch; die Magie allgegenwärtig und doch alles andere als aufdringlich. Für mich ist diese Reihe ein Must-Read für jeden Fantasyfan, Zeitreisefan und selbst die Historiker unter uns kommen nicht zu kurz. 5/5 für dieses Meisterwerk!

Die Autorin

© Vania Stoyanova
Deborah Harkness ist Professorin für europäische Geschichte an der University of Southern California in Los Angeles. Für ihre wissenschaftlichen Arbeiten erhielt sie bereits mehrfach Stipendien und Auszeichnungen. Sie schreibt außerdem ein preisgekröntes Wein-Blog (goodwineunder20.blogspot.com).  

Die Reihe

  1. Die Seelen der Nacht / A Discovery of Witches
  2. Wo die Nacht beginnt / Shadow of Night
  3. ??? / ???

Originalcover 

Mein Dank geht an...

... den Blanvalet Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Sonntag, 31. März 2013

[Rezension] Die Seelen der Nacht von Deborah Harkness

© Blanvalet Verlag
Die Autorin: Deborah Harkness
Originaltitel: A Discovery of Witches
Titel: Die Seelen der Nacht
Dt. Erstausgabe: 09/2011
Verlag: Blanvalet
Format: Hardcover
Seitenzahl: 800
ISBN-10: 3764503912
ISBN-13: 978-3-764-50391-8
Preis: 19,99 € 



Kaufen könnt Ihr das Buch gleich hier.

Jegliche Informationen vom Verlag gibt es hier.

Diana Bishop ist Historikerin mit Leib und Seele. Dass in ihr zudem das Blut eines uralten Hexengeschlechts fließt, versucht sie im Alltag mit aller Kraft zu ignorieren. Doch als Diana in der altehrwürdigen Bodleian-Bibliothek in Oxford ein magisches Manuskript in die Hände fällt, kann sie ihre Herkunft nicht länger verleugnen: Hexen, Dämonen und Vampire heften sich an ihre Fersen, um ihr das geheime Wissen zu entlocken – wenn nötig mit Gewalt. Hilfe erfährt Diana ausgerechnet von Matthew Clairmont, Naturwissenschaftler, 1500 Jahre alter Vampir – und der Mann, der Diana bald schon mehr bedeuten wird als ihr eigenes Leben …

Inhalt

Diana Bishop ist als Historikerin in Oxford tätig. Bei ihren Forschungsarbeiten stößt sie auf ein Manuskript, so voller Magie, dass es wachruft, was sie lange zu verbergen versucht hat. Denn sie ist eine Hexe, die Letzte aus dem mächtigen Hause Bishop. Eine Hexe, die sich nichts sehnlicher wünscht als ein Mensch zu sein. Durch den Fund des Manuskripts werden nicht nur ihre Kräfte geweckt, der gebrochene Bann lockt auch noch alle möglichen Geschöpfe an. Darunter ein uralter Vampir, der Dianas Herz schneller schlagen lässt...

Die Protagonistin

Diana Bishop ist eine der mächtigsten Hexen ihrer Zeit - dumm nur, dass sie nichts davon weiß und am liebsten ein Mensch wäre. Nach dem tragischen Tod ihrer Eltern steht für sie fest, dass Magie nichts als Gefahren mit sich bringt. So nutzt sie die erstbeste Gelegenheit, ihrer Familie und dem Druck der Magie zu entfliehen, und verschwindet ans College, wo sie ihre Leidenschaft für die Geschichte entdeckt. Als Historikerin findet sie eine Festanstellung in Oxford, wo sie sich auf die Alchemie spezialisiert. Nach dem fatalen Fund des Manuskripts "Ashmole 782" gerät ihr ruhiges Leben aus den Fugen und sie muss sich ihrer Vergangenheit und der Magie stellen.

Eigene Meinung

"Die Seelen der Nacht" von Deborah Harkness ist eine fantastische Geschichte voller Liebe und Magie, die alle meine Erwartungen übertroffen hat und mich voll und ganz begeistern konnte.

Der Schreibstil ist einzigartig und fesselnd zugleich. Erzählt wird die Geschichte zum einen aus Dianas Sicht in der 1. Person und zum anderen von einem auktorialen Erzähler. Das mag am Anfang etwas verwirrend sein, aber schon nach kurzer Zeit erkennt man die Genialität dahinter. So liegt der Fokus zwar weiterhin auf der Protagonistin, gleichzeitig ist man nicht so eingeschränkt wie bei der normalen Ich-Perspektive, die ausschließlich die Gedanken- und Gefühlswelt der Erzählerin transportiert.

Die Charaktere sind unglaublich vielseitig und lebendig. Auf 800 Seiten bleibt aber auch genug Spielraum, um selbst Nebencharaktere gut kennen zu lernen. Das Fundament vieler Figuren besteht aus Klischees und Altbewährtem, nur um im Laufe der Geschichte vollends widerlegt zu werden. Das macht es meiner Meinung nach nur authentischer, denn ist der erste Eindruck nicht oft nur ein Klischee?

Das Zusammenspiel von Dämonen, Hexen und Vampiren ist eine explosive Mischung, die Stoff für viele interessante Dialoge und Ereignisse bietet. Die grundlegenden Eigenschaften, die Harkness diesen Geschöpfen zugesprochen hat, sind passend und unterhaltsam. Auf dieser Grundlage kreiirt sie ihre fantastischen Persönlichkeiten.

Die Grundideen der Geschichte sind nicht alle innovativ, dafür neu kombiniert und anders interpretiert. Allgemein ist dieser Roman auf ein ganz anderes Publikum ausgerichtet als die meisten derzeit bekannten Fantasyromane. Aus beinahe jedem Satz strahlt einem die Reife entgegen, die vor allem die vielen Fachbegriffe und intellektuellen Passagen entschuldigt. Diese sollten den Leser aber nicht groß verwundern, immerhin sind die Hauptfiguren in der biochemischen und historischen Forschung tätig. Ob das alles zu 100% seine Richtigkeit hat sei dahingestellt, dafür kenn ich mich nicht gut genug in der Materie aus. Fakt ist, dass man auf jeden Fall mehr aus dem Buch mitnimmt als ein paar positive Eindrücke.

Wer sich spannungsgeladene Szenen erhofft, mag enttäuscht werden, denn die Liebesgeschichte steht ganz klar im Mittelpunkt. Mich persönlich hat das nicht gestört, denn diese ist wirklich schön gestaltet. Es gibt keine lästige Dreiecksbeziehung und dem Alter der Beteiligten hat man zu verdanken, dass man keine nervigen Teenie-Dramen ertragen muss. Rumgeturtel und Kitsch wird man lange suchen, dafür passiert auch genug drumherum. 

Dieser Roman zeichnet sich durch die Liebe zum Detail aus. Orte, Persönlichkeiten und die verschiedenen Atmosphären erscheinen so real, dass man das Gefühl hat, live dabei zu sein. Ich habe gesehen, was die Charaktere gesehen haben, gehört, was sie gehört haben und gerochen, was sie riechen durften. Ich spürte das zerbrechliche Manuskript in meinen Händen und verlor mich in der Stile einer ehrwürdigen Bibliothek. Verliebt habe ich mich aber in das Hexenhaus der Bishops. Was würde ich dafür geben, dort zu wohnen!

Vollends überzeugen konnte mich der unterschwellige Humor, den man so oft gar nicht erwartet hat. 

Das Cover ist schön, aber nichtssagend. Das Originalcover mag passender sein, vielleicht bin ich auch einfach nur nicht der Blumentyp, trotzdem ist das deutsche Cover ansprechend und ästhetisch. Es ist auf jeden Fall einen zweiten Blick wert und die Geschichte kann in jedem Gewand überzeugen.

Fazit

Deborah Harkness "Die Seelen der Nacht" ist der überaus gelungene Aufakt ihrer All-Souls Trilogie. Es ist eine Geschichte voller Liebe und Magie, die sich durch die Detailverliebtheit der Autorin auszeichnet. Nicht nur die Figuren erscheinen lebendig, das Setting und die Atmosphäre sind ebenso plastisch und greifbar. Wer sich darauf einlässt, verliebt sich nicht nur in die Figuren, sonden in ihr Leben und die Umgebung. Fantasy für Erwachsene, die durch unterschwelligen Humor und den Verzicht auf klassische Klischees überzeugt. Ich mag dieses Jahr viele gute Bücher gelesen haben, aber die wenigstens haben mich so begeistert. Volle 5/5 Bücher!

Die Autorin

© Vania Stoyanova
Deborah Harkness ist Professorin für europäische Geschichte an der University of Southern California in Los Angeles. Für ihre wissenschaftlichen Arbeiten erhielt sie bereits mehrfach Stipendien und Auszeichnungen. Sie schreibt außerdem ein preisgekröntes Wein-Blog (goodwineunder20.blogspot.com).  

Die Reihe

  1. Die Seelen der Nacht / A Discovery of Witches
  2. Wo die Nacht beginnt / Shadow of Night
  3. ??? / ???

Originalcover 

Mein Dank geht an...


... den Blanvalet Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!
 
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